Berlin Photo Week 2022

Wie auch letztes Jahr (und schon 2019) habe ich auch diesen Sommer die Berlin Photo Week besucht. Zwar war Anfang September nach strenger Auslegung bereits meteorologischer Herbst, aber tatsächlich war das Wetter so gut, dass es als das letzte Sommerwochenende 2022 durchgehen darf. Die Location wurde durch den Veranstalter erneut gewechselt, dieses Mal fand die Berlin Photo Week auf dem Areal der Arena Berlin mit dem angrenzenden Badeschiff statt. Eine wunderbare und inspirierende Umgebung. Mit tollen Ausstellungen, bester Musik und einfach einem ganz eigenen Flair.

Die Berlin Photo Week ist aus meiner Sicht auch gerade deshalb so eine wichtige Veranstaltung, weil sie sich so schön unterscheidet von allen anderen Fotografie-Events. Die Inhalte und Vorträge locken junge und/oder weibliche Fotograf:innen an, der Spirit ist weniger verschnarcht wie es so oft in dieser Szene ist. Entsprechend weniger häufig sind die Foto-Uwes mit ihren hautfarbenen Westen, den Handygürteln und den Trümmerfotorucksäcken anzutreffen. Natürlich will ich niemanden zu Nahe treten und verurteilen. Aber hey, wart Ihr schon mal auf den Norddeutschen Naturfototagen?

An zwei der drei Tagen war ich auf der Berlin Photo Week und ja, es hat sich gelohnt. Aber irgendwie war da doch was, was ich nicht verstanden habe. Es war einfach unglaublich wenig los. An den Ständen, in den Ausstellungen, an den Vorträgen: Zumeist gähnende Leere. Wegen des tollen Wetters? Weit gefehlt, auch im Außenbereich war eigentlich nie so richtig viel los. Einzig am Campari Spritz Stand: ellenlange Schlangen. Nicht mal als Ben Jaworskyi als Headliner am frühen Samstag Abend die Bühne entert, ist viel los. Immerhin: Selbst er wirkt mit seiner Outdoorhose schon wie ein Vertreter der oben genannten Naturfreundetage, so hip ist hier alles.

In der offiziellen Pressemitteilung der Berlin Photo Week ist die Rede von 20,000 Besucher:innen und damit von einem riesigen Erfolg. Nun, ich war am Sonntag nicht vor Ort – da muss dann doch noch die Hölle los gewesen sein 😉 Am Freitag und Samstag jedenfalls war der Zustand eher eine gähnende Leere, da sollte sich das Marketing im kommenden Jahr einmal Gedanken machen. Ihr hättet an diesem Wochenende mal Berliner:innen fragen sollen, die nicht fotografieren: Keine:r hatte von der Berlin Photo Week gehört.

Analogfotografie auf der Berlin Photo Week

Zwei Dinge waren für mich ein voller Erfolg. Erstens habe ich am Cinestill Photo Walk durch Kreuzberg und den Görlitzer Park teilgenommen. Wir waren sicherlich 80 Analog-Fotograf:innen, ausgestattet mit einem Cinestill Film unserer Wahl, die der Einladung des in Los Angeles ansässigen Herstellers von Filmmaterial, gefolgt sind. Warum ich am Treffpunkt von den Cinestill-Jungs persönlich begrüßt wurde, ist mir erst später klar geworden. Ich hatte die Beers & Cameras Cap auf. In Deutschland natürlich kaum bekannt, aber in den USA natürlich schon. Aber auch so kam Cinestill extrem sympathisch rüber. So funktioniert Marketing!

Es war ein großer Spaß, in einem riesigen Pulk durch die Straßen zu ziehen und zu fotografieren, was das Zeug hält. Fachgesimpele rund um die Analogfotografie ebenso inbegriffen wie das aktive Begaffen des Materials, das um die Körper der größtenteils Mitzwanziger:innen so hing. Ganz viele Leicas, Mamiyas, Canons, Nikons. Ganz viele Point & Shoots wie die Olympus mju2, die Contax T2 oder auch die Leica Minilux. Ich hatte die Minolta CLE und tatsächlich auch eine ganz neue Point & Shoot dabei (dazu in einem eigenen Bericht bald mehr), die Bilder sind indes noch nicht entwickelt.

Zweitens habe ich in einer Berlin Photo Week Ausstellung Felix und Olcan kennengelernt. Wie das eben so ist, ich war gerade am Fotografieren mit meiner M und einem 35er, als ich ein 50er Summilux gereicht bekomme. Das würde doch besser passen und ich solle es doch einfach nutzen. Das war der erste Streich, das war Olcan. Und schon waren wir im Gespräch – nachdem ich ein paar Shots mit dem Summilux gemacht hatte. Sowohl Olcan als auch sein Freund Felix waren digital und anlog unterwegs und so hatten wir genügend Gründe, dies und das zu diskutieren. Bis Felix mir schließlich einen seit 22 Jahre abgelaufenen Kodak Gold 100 schenkte. Einfach so, für die ganz besonderen Anlässe. Wie geil ist das denn, bitte?

Lieber Felix, lieber Olcan, herzlichen Dank für das Objektiv (natürlich nicht geschenkt), den besonderen Film und den netten Schnack. Ich überlege seitdem, für was ich diesen Kodak Gold einsetzen werde. Bis ich das auf der Pfanne habe, liegt er im Kühlschrank und ich verlinke derweil Eure Profile. Vielleicht knipsen wir den Film ja sogar zusammen? Auf jeden Fall ganz herzlichen Dank, so macht das Schnacken einfach Spaß!

Schreibe einen Kommentar

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner