Fußball & Fotografie – Teil 1: Warum mich „Amor Eterno“ von Kai Behrmann so begeistert

Viele von uns blicken derzeit nach Kanada, Mexiko und in die USA, wo gerade die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stattfindet. Für Millionen Menschen geht es dabei um Ergebnisse, Tabellen und Titel. Mich faszinieren an solchen Turnieren aber vor allem die Menschen. Die Emotionen auf den Rängen, die Begegnungen auf den Straßen, die Rituale der Fans und all das, was jenseits der 90 Minuten passiert.

Wenn Ihr meinen Blog schon länger verfolgt, wisst Ihr, dass mich genau diese Seite des Fußballs seit vielen Jahren begleitet. Sei es mit meinem Langzeitprojekt Altona 93 Analog, den immer wiederkehrenden Fußballthemen hier im Blog oder den vielen Gesprächen über Fußballfotografie und Fotobücher in der Fotobuch Plauder Ecke. Natürlich interessiert mich auch das Spiel selbst. Fotografisch fasziniert mich aber vor allem das, was Fußball mit Menschen macht.

Deshalb freue ich mich immer besonders, wenn ich Fotograf:innen entdecke, die einen ähnlichen Blick auf dieses Thema haben. Einer davon ist Kai Behrmann. Sein Langzeitprojekt „Amor Eterno“ begleitet seit Jahren die Fankultur in Argentinien – und zwar nicht aus der Perspektive klassischer Sportfotografie, sondern mitten in den Emotionen. Ich durfte Kai in den vergangenen Monaten ein kleines Stück auf dem Weg zu diesem Buch begleiten. Warum ich glaube, dass daraus ein außergewöhnliches Fotobuch entstehen wird und weshalb ich seine Kickstarter-Kampagne von Herzen unterstütze, darum geht es in diesem ersten Teil meiner kleinen Serie „Fußball & Fotografie“.

„Amor Eterno“ von Kai Behrmann

Seit Jahren dokumentiert Kai die Fankultur in Argentinien. Bei ihm stehen nicht Tore oder Spielszenen im Mittelpunkt, sondern die Menschen, ihre Emotionen und die einzigartige Atmosphäre auf den Rängen. Ich liebe es, wie nah er mit seinem 35-mm-äquivalenten Objektiv an die Fans herangeht. Während klassische Sportfotograf:innen mit Teleobjektiven vor allem die Spieler ins Visier nehmen, saugt Kai die Stimmung auf und schafft Bilder, die weniger vom Fußball selbst erzählen als von den Menschen, die ihn leben.

„Amor Eterno“ von Kai Behrmann (Mockup)

Sicher auch deshalb, weil die Fankultur in Argentinien – dem noch amtierenden Weltmeister – eine ganz andere ist. Vor allem aber, weil Kai einen völlig anderen Zugang zur Fußballfotografie hat. Seine Bilder erzählen nicht nur etwas über den argentinischen Fußball, sondern immer auch über ihn selbst und seine Art zu fotografieren. Er ist nah dran, mitten in den Emotionen, rückt den Fans förmlich auf die Pelle und schafft so eine Intensität, die man in der klassischen Sportfotografie nur selten findet.

Ihr lest meine Begeisterung, richtig? Das liegt auch daran, dass mich Kai sehr nah an seinem Entstehungsprozess hat teilhaben lassen. Im Frühjahr durfte ich ihn zwei Tage lang beim Sequencing begleiten. Oder besser gesagt: Zu zweit Bilder verwerfen, Reihenfolgen ausprobieren und immer wieder von vorne anfangen. Ein Prozess, der für Fotograf:innen immer schmerzhaft ist, wenn plötzlich ein zweites Paar Augen auf die eigenen Bilder blickt, Einwände hat, kritisiert und die geliebten Darlings killt. Genau dieses Vertrauen hat mir Kai geschenkt. Nach zwei Tagen haben wir Rhythmen gefunden, Bilder miteinander sprechen lassen und Reihenfolgen entwickelt, die tragen, die berühren, ja regelrecht brennen; und die einen mitnehmen – ganz gleich, ob man Fußballfan ist oder nicht.

Beim Sequenzing von „Amor Eterno“ im Frühjahr 2026.

Ich durfte so nah dran sein, dass ich Euch versprechen kann, dass dieses Buch eine fantastische Reportage wird. Eine, die ehrlich ist, die nahbar ist und in der es um Gefühle gehen wird. Ja, es sind immer diese Emotionen. Es ist das, was mich begeistert und was eben auch der Fußball so transportieren kann.

„Amor Eterno“ bei Kickstarter

Nun steht Kais Buch „Amor Eterno“ kurz vor der Veröffentlichung – und genau hier kommt die Kickstarter-Kampagne ins Spiel. Das Crowdfunding finanziert nicht die Entstehung des Projekts, sondern ermöglicht seine hochwertige Umsetzung als Hardcover-Fotobuch: mit erstklassigem Druck, sorgfältiger Gestaltung und der Qualität, die diese Bilder verdienen. Gleichzeitig bleibt Kai unabhängig von den Vorgaben eines Verlags und kann das Buch gemeinsam mit seiner Community verwirklichen.

Wenn Ihr gute Fotografie – und wer bis hierhin gelesen hat, tut das ganz sicher –, ehrliches Storytelling und die besondere Verbindung von Fußball und Kultur schätzt, dann schaut Euch die Kampagne unbedingt an. Jeder Beitrag, ganz gleich in welcher Höhe, hilft dabei, mehrere Jahre fotografischer Arbeit in ein außergewöhnliches Fotobuch zu verwandeln.

Es ist heute wirklich nicht leicht, ein hochwertiges Fotobuch unabhängig zu veröffentlichen – glaubt mir, ich weiß, wovon ich spreche. Umso mehr freue ich mich, dass ich Kai ein kleines Stück auf diesem Weg begleiten durfte. Gerade deshalb bin ich überzeugt, dass „Amor Eterno“ jede Unterstützung verdient.

Wenn Ihr unabhängige Fotobuchprojekte und außergewöhnliche Reportagefotografie fördern möchtet, dann schaut Euch die Kickstarter-Kampagne an. Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr Kai auf diesem letzten Schritt zur Veröffentlichung unterstützt.

Ganz ehrlich: Ich kann es gar nicht erwarten, bis ich endlich mein Exemlar von „Amor Eterno“ in den Händen halte!

Beim Arbeiten an „Amor Eterno“ musste ich immer wieder an unser eigenes Fußballprojekt „EMotions“ denken. Denn auch wir haben den Blick bewusst von den 90 Minuten auf dem Platz weg und hin zu den Menschen gelenkt. Aus einer spontanen Idee in unserem Podcast, der Fotobuch Plauder Ecke, entstand schließlich die Ausstellung „EMotions“, die derzeit im bayerischen Roding zu sehen ist. Diese Geschichte erzähle ich Euch im zweiten Teil meiner kleinen Serie „Fußball & Fotografie“.

https://www.youtube.com/live/I1JItmKN7gM?si=K14NdVqtHYVXSj6a

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