Die besten Fuji X Objektive? Teil 2: Die Festbrennweiten – Ratgeber, Guide und Erfahrungsbericht.

Habe ich im ersten Teil den Blick auf die Zoomlinsen für das Fuji X Mount gerichtet, schreibe ich in diesem zweiten Teil über die Festbrennweiten. Darüber, welche Primes meine Favoriten sind und auf welche drei Objektive ich mich beschränken würde, also die perfekte Kombination, die mehr oder weniger alle Wünsche erfüllen kann. Die Trinity, die „zur Glückseligkeit“ in der Fotografie führen könnte (das ist bis zu einem gewissen Grad natürlich sehr ironisch gemeint).

Was hat es denn mit dieser Trinity nun auf sich, könntest Du fragen? „Aller guten Dinge sind drei“ könnte ich darauf antworten. Oder dass in Fotoforen extrem häufig über die ideale Dreier-Kombination diskutiert wird.

Die Wahrheit ist aber viel mehr, dass auch ich dazu neige, drei Objektive einzupacken, wenn ich auf eine Reise oder auf eine längere Tour gehe. So muss ich mich nicht auf ein einziges Objektiv beschränken und bin sogar ziemlich variabel. Daher bespreche ich nun in diesem zweiten Teil die für mich spannendsten Fuji X Festbrennweiten und werde mich dann auf drei davon festlegen (wenn Du über die FujiX Zooms mehr erfahren willst, dann findest Du hier den ersten Teil).

Fuji X Objektive und die #Transparenz

Eigentlich alle der im Folgenden vorgestellten Festbrennweiten habe ich in den letzten sieben Jahren selbst besessen oder ausgeliehen. In meinen Tipps bin ich völlig unabhängig und ich muss mit meinen Berichten auch kein Geld verdienen. Es macht mir einfach Spaß, Blogs zu lesen und selbst zu schreiben. Und doch findest Du im Folgenden eine ganze Menge Affiliate/Amazon Links, markiert mit einem Sternchen. Wenn Du darauf klickst, dann bekomme ich eine Provision, für Dich wird das Produkt nicht teurer.

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Warum eigentlich eine Festbrennweite?

Festbrennweiten erscheinen erst einmal unflexibler, hat man doch nur eine Brennweite zur Verfügung. Dafür attestiert man ihnen die höhere Bildqualität, auch wenn dieser Vorsprung in den letzten Jahren immer mehr verloren geht. Dennoch greifen viele Fotograf:innen immer noch gerne zu Festbrennweiten, auch weil es viele sehr lichtstarke Exemplare gibt, ob zum Freistellen oder in lichtärmeren Situationen.

Und letztlich fallen in aller Regel drei Festbrennweiten deutlich kompakter aus als drei Zooms. Dafür muss der/die Fotograf:in die Füße als Zoom benutzen und unter Umständen deutlich länger den idealen Bildausschnitt suchen. Die Festbrennweitenfotografie gilt oftmals als begrenzend, aber gleichzeitig kreativitätsfördernd. Ich persönlich würde eine Festbrennweite in den allermeisten Fällen einem Zoom-Objektiv bevorzugen. Und auch jedem Einsteiger raten, mit einer solchen Linse zu starten.

Die besten Festbrennweiten für den Fuji X Mount

Im Folgenden zeige ich die aus meiner Sicht eine Auswahl an Festbrennweiten, über die Du einmal nachdenken solltest, bevor Du Dich vorschnell auf Deine Favoriten festlegst (in Klammern der ungefähre Marktpreis im Frühjahr 2022, das Sternchen verrät, dass es sich um einen Affiliate Link handelt):

Laowa 9mm F2.8* (ca. 620 €)

Die weitwinkligste Festbrennweite für den Fuji X Mount – wenn wir die erhältlichen Fish-Eye Objektive abziehen. Für die Ultraweitwinkelfotografie ist dieses Glas daher alternativlos, kann aber auf ganzer Linie überzeugen. Wenn Du Landschaftsfotograf bist, dann könnte diese Linse Dein Lineup „unten rum“ abrunden, sofern Du nicht eines der Fuji Zoom Objektive besitzt (XF 8-16 F2.8 oder XF 10-24 F4).

Samyang 12mm F2 manuell* (ca. 270 €)

Das Samyang ist ein Klassiker und neben dem Zeiss Touit 12mm F2.8* eine der ältesten Ultraweitwinkellinsen. Ich nutze es seit Jahren, da es klein und kompakt ist und doch mit F2 ziemlich lichtstark. Damit eignet es sich auch prima zur Astrofotografie. Wichtig zu wissen – und das gilt für viele manuelle Objektive – dort wo das Unendlich-Zeichen ist, ist das Samyang 12mm nicht bei unendlich scharf. Bei meinem Exemplar ist es dort, wo der Strich eingezeichnet ist, so kurz vor der Unendlich-Einstellung.

Was das Samyang 12mm nicht kann, sind schöne Sonnensterne, hier performt das obige Laowa deutlich besser. Alternativ gibt es auch die neue Autofokus Version für ca. 480 €, ich würde jedoch bei der manuellen Version bleiben. Zum Einen sehe ich den Vorteil eines Autofokus bei einem Ultraweitwinkel eher weniger, zumal gerade bei der Astrofotografie die manuelle Einstellung viel hilfreicher ist. Zum Anderen attestieren Nutzer dem neuen Objektiv eine leicht schlechtere Bildqualität bei Offenblende, ich kann das nicht beurteilen. Aber: Bei der Autofokusversion fehlt der Blendenring.

Im Blickfeld könnte man als Alternative das Viltrox 13mm F1.4 (Link zur Vorbestellung bei Pergear*) haben. Es wurde schon vor längerer Zeit angekündigt, ist aber nach wie vor noch nicht erhältlich. Auf dem Papier ist es das weitwinklingste Autofokusprime und gleichzeitig das weitwinkligste Prime mit Lichtstärke 1.4. Darauf bin ich schon gespannt.

Fujifilm XF 14mm F2.8* (ca. 820 €)

Ein weiterer Klassiker. Beim XF 14 F2.8 handelt es sich um das derzeitig weitwinklingste Prime aus dem Hause Fuji (viele Fuji-Fotograf:innen wünschen sich ja seit Jahren, dass Fujifilm eine 10mm oder 12mm Festbrennweite auf den Markt bringt, aber das ist derzeit leider nicht in Sicht). Die Abbildungsqualität und die Zeichnung stehen außer Frage, allerdings ist der Autofokus nicht der Schnellste, was durchaus verzeihlich ist, angesichts des Alters des Objektivs. Vor dem Hintergrund des hohen Preises würde ich jedoch eher auf das Samyang 12mm oder auf das Fuji XF 16mm schielen.

Fujifilm XF 16mm F1.4* (ca. 900 €)

Eine meiner Lieblingslinsen. Auch schon etwas älter und durchaus ziemlich frontlastig an kleineren Fuji Kameras. Aber mit ganz eigenem Charakter. Das Glas bildet einen Glanz ab, den ich nur ganz schwer beschreiben kann. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Naheinstellgrenze von 15 Zentimetern, das heißt, dass Du fast auf einen Zentimeter an das Objekt herankommst. In Kombination mit der Blende F1.4 und dem Freistellungspotential kannst Du wirklich unique Bilder machen. Im klassischen Landschaftsfotografiebereich weiss ich die Sonnensterne zu schätzen. Alternativ dazu kann ich auch das Fujifilm XF 16mm F2.8* (ca. 350 €) empfehlen. Deutlich kleiner, dafür weniger lichtstark, mit schnellerem Autofokus. Ein Kandidat für eine Compact Prime Trinity!

Fujifilm XF 18mm F1.4* (ca.1.000 €)

Eines der neuesten Fuji Festbrennweiten ist das XF 18mm F1.4. Noch nicht lange auf dem Markt, gilt es für viele als eines der neuen Referenz-Objektive. Nein, klein ist es nicht. Aber in allen sonstigen Belangen erreicht es Bestwerte. Und es soll – wie auch die anderen neuen Modelle – an den kommenden Sensoren bestens funktionieren, die eine deutlich höhere Pixelanzahl versprechen sollen.

Die 28mm Kleinbild-Äquivalenz gelten ja inzwischen schon als die neue Reportage-Standardbrennweite, wohl auch weil die Smartphonefotografie auf dieses Format setzt und dadurch in unseren Köpfen extrem stark verankert ist. Aber auch, weil sie durch Leica mit der Q-Serie und durch Ricoh mit ihren GRs den professionellen Ritterschlag erhalten hat. Heißt: Die Brennweite ist „in“ und das Glas gehört mit zum Besten, was Fuji zu bieten hat. Eigentlich ein No-Brainer.

Fujifilm XF 23mm F1.4* (ca. 650 €)

Lange habe ich überlegt, wie ich mit diesem Objektiv hier „umgehen“ soll. Ihr müsst wissen, dass die 35mm Kleinbild-Äquivalenz meine Lieblingsbrennweite ist. Dazu gehört die Fujifilm X100V ebenso wie das magische Leica Summicron 35mm F1.4 und auch einige „23er“ für das Fuji X Mount. Und eigentlich ist das XF 23mm F1.4 als die Prime-Variante von Fuji dafür gesetzt. Aber es ist alt und langsam. Und hin und wieder ist das Bokeh störrisch, unruhig und damit gewöhnungsbedürftig, zumindest für mich. Und dennoch habe ich mich entschieden, es hier aufzunehmen. Es könnte Deine „Vintage“-Fuji Autofokus-Variante sein, auch wenn Preis-/Leistung aus meiner Sicht nicht ideal sind.

Allerdings – und das muss man wissen – ist der Nachfolger, also die MKII Variante, unterwegs. Ich habe sie noch nicht testen können, vermutlich wäre dieses Objektiv dann meine erste Wahl in diesem Brennweitenbereich, auch wenn sie wohl bei knapp 1.000 Euro liegen wird. Kann gut sein, dass ich hier bald ein Review nachreiche.

Viltrox 23mm F1.4* (ca. 380€)

Mein Preis-Leistungssieger in diesem Brennweitenbereich ist das Viltrox 23mm F1.4. Für weniger als 400 Euro (und es gibt immer wieder Aktionen, in denen es Viltrox Rabatte gibt) bekommst Du ein Rundum-Glücklich Autofokus Objektiv, das mich absolut überzeugt. Ich habe dazu letzten Sommer ein ausführliches Review mit Beispielbildern auf diesem Blog veröffentlicht.

TTArtisan 23mm F1.4* (ca. 120 €)

Nach dem Preis-Leistungssieger nun die Einstiegsvariante: Das TTArtisan 23mm F1.4 kommt durchaus mit einigen Schwächen um die Ecke. Aber es ist klein, sieht super aus, ist super preiswert und man kann damit tolle Aufnahmen machen. Auch dank der hohen Lichtstärke. Für mich eigentlich das ideale Immerdrauf, wenn Du wenig Kohle hast und das vielleicht noch mit einer gebrauchten X-T10 oder X-E2 kombinierst. Hier findest Du meinen Erfahrungsbericht mit Beispielbildern zum TTArtisan 23mm F1.4.

Fujifilm XF 27mm F2.8 WR* (ca. 450 €)

Das kleinste aller originären Fuji X Objektive ist schon in der zweiten Version erschienen, mit Blendenring und Spritzwasserschutz. Wer auf Beides verzichten kann, der bekommt die Vorgängerversion gebraucht zu attraktiven Preisen ab 250 Euro. Auch wenn die Lichtstärke „nur“ 2.8 beträgt, hat mir vor allem auch die Freistellung immer sehr gut gefallen. Ich habe einige meiner schönsten Portraits damit gemacht und kann das Objektiv vor allem aufgrund seiner Farbwiedergabe und seiner Zeichnung wärmstens empfehlen. Teilweise wird es als Kitobjekitv auf der X-E4 verkauft, was aus meiner Sicht total Sinn macht. Eine Kombination, die sogar der X100V direkte Konkurrenz macht. Eine der am meisten unterschätzten Fuji Festbrennweiten!

Fujifilm XF 35mm F1.4* (ca. 500 €)

Wenn es unter den Fuji Objektiven nur einen einigen Klassiker zu definieren gäbe, dann zweifelsohne das XF 35mm F1.4. Es ist erstaunlich klein, erstaunlich leicht. Und es kommt mit der schönsten Gegenlichtblende daher, die man sich vorstellen kann. Die Zeichnung und das Bokeh sind einmalig schön. Voller Charakter und voller Melancholie. Es gibt kein Objektiv, das sich schöner an eine Fuji X-Pro schmiegen kann. Für mich ein absoluter Standard, ein zeitloser Klassiker.

Das Wörtchen „zeitlos“ ist durchaus entscheidend. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass der Autofokus völlig lahm ist, das XF 35mm F1.4 ist eben eine alte Dame. Und gesellt sich da durchaus sehr gut zum XF 56mm F1.2.

Ein sehr ähnliches Objektiv – was die Specs betrifft – ist mit dem Fujifilm XF 33m F1.4* (ca. 800 €) seit wenigen Wochen auf dem Weg in die Taschen der Fuji X Fotograf:innen. Ich konnte es noch nicht testen, es reiht sich in die Serie der „neuesten“ Primes ein, die mit den möglichen höher auflösenden Sensoren der kommenden Kameras bestens abgestimmt sein sollen. Nach allem was man hört, ist das XF 33m F1.4 ein Performance-Glas. Daher werden sicherlich viele Fans das XF 35mm F1.4 als Charakter-Glas behalten.

Fujifilm XC 35mm F2* (ca. 190 €)

In meiner Auflistung der Zoom Objektive hatte ich über die Einsteigerserie „XC“ geschrieben. Bei den Festbrennweiten hat Fujifilm mit dem XC 35mm F2 nur ein einziges dieser XC Gläser im Angebot. Es handelt sich eigentlich um das Fujifilm XF 35mm F2* (ca. 400 €), nur ohne Blendenring und in einem günstigeren und nicht spritzwassergeschützten Gehäuse. Was drin steckt und was rauskommt ist bei beiden Gläsern nämlich identisch. Und damit ist das XC 35mm F2 der absolute Preis-Leistungssieger aus dem Hause Fujifilm.

Ich kann nur spekulieren, warum dieses Objektiv wirklich nie in Empfehlungslisten auftaucht. Bis heute 🙂

7Artisans 35mm F0.95* (ca. 280 €)

Die extrem hohe Lichtstärke hatte mich angesprochen und so habe ich das 7Artisans 35mm F0.95 nach Erscheinen bestellt und ausführlich getestet. Meinen Bericht mit Beispielbildern findest Du hier. Wenn Du auf die extreme Offenblende stehst und Du Dich weder am manuellen Fokussieren störst, noch am doch deutlichen Gewicht und Umfang, dann greife zu. Es lohnt sich wirklich.

Voigtländer Nokton 35mm F1.2* (ca. 650 €)

Und auch über das Voigti habe ich auf diesem Blog einen eigenen Artikel geschrieben. Ja, ich liebe es. Gerade weil es offenblendig nicht perfekt ist. Aber weil es eben ganz anders ist als alle anderen Objektive für den Fuji X Mount.

Eigentlich stecken hier zwei Objektive in einem: Bis F2.8 haben wir es mit einem Vintage-Glas zu tun mit einer ganz eigenen Weiche und einem herrlich verträumten Bokeh. Danach wird es zu einem Performance Glas mit besten Leistungswerten und den so schönen Voigtländer Sonnensternen. Eines meiner Lieblingsobjektive!

Fujifilm XF 50mm F1* (ca.1350 €)

Eigentlich gehört es in diese Liste, immerhin ist es das lichtstärkste Autofokusobjektiv überhaupt. Und dann gehört es eben auch wieder überhaupt nicht in diese Liste, weil ich den Sinn darin nicht sehe. Viel zu groß, viel zu schwer. Und will ich bei 75mm Kleinbild-Äquivavlenz überhaupt so stark freistellen? Falls ja, warum bin ich dann bei Fuji zuhause und habe nicht eine Sony Vollformat-Kamera mit einem (ggf. adaptieren) 75mm F1.4, das viel kleiner ist?

Fakt ist: Es ist einzigartig. Aber auch einzigartig schwer: 850g. Noch Fragen? Nicht mein Beuteschema.

Fujifilm XF 50mm F2* (ca. 450 €)

Nach Brennweiten gemessen ist das XF 50mm F2 der Abschluss der Fujicron Reihe. What?

Der Begriff „Fujicron“ ist in Anlehnung an die Benennung der Leica Objektive entstanden. Während in Wetzlar die „Summilux“-Linsen in der Regel die lichstarken F1.4 bezeichnen, heißen die F2 Objektive „Summicrons“. Daher haben die kleinen Fuji Geschwister 16mm F2.8, 23mm F2, 35mm F2 und eben das 50mm F2 alle den inoffiziellen Beinamen „Fujicron“ (klein im Vergleich zu ihren größeren Fuji Pendants mit F1.4, F1.2 oder F1). Im weiteren Sinne könnte man die etwas älteren Objektive XF 18mm F2 und XF 27mm F2.8 ebenfalls dazuzählen, auch wenn sie nicht offiziell zu den Fujicrons zählen, aber was ist bei dieser informellen Bezeichnung denn schon offziell, na?

Auch für das 50mm F2 gilt wie für alle Fujicrons: Super klein, super schnell mit bestem Autofokus und Wetterschutz. Das perfekte Objektiv, wenn es super klein sein soll. Und etwas günstiger, aber dennoch Fujifilm. Mein heimlicher Favorit der Fujicron-Serie.

Fujifilm XF 56mm F1.2* (ca. 850 €)

Ein weiteres Objektiv aus dem Hause Fuji, das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Das XF 56m F1.2 weist eine ganz eigene Charakteristik auf, vor allem im Portraitbereich hat dieses Glas viele Fans. Es soll sogar Fotograf:innen geben, die extra wegen dieses Objektivs in das Fuji X System gewechselt sind. Was man wissen muss: Der Autofokus ist ziemlich langsam, ja, man bekommt beim Fotografieren fast schon ein Vintagegefühl, so langsam stellt es scharf. Aber es ist eine echte Offenbarung. Da brauchst Du kein Vollformat mehr.

Was man auch wissen sollte, es gibt eine deutlich teurere APD Version, die noch bessere Aufnahmen versprechen soll. Ich habe es nicht getestet, aber Patrick Ludolph kommt in seinem YouTube auf sehr unterhaltsame Weise zum Schluss, dass die APD Version nicht wirklich sein muss …

Viltrox 85mm F1.8 MKII* (ca. 400 €)

Der Geheimtipp unter den Portraitlinsen. Es war das erste Viltrox-Objektiv für Fuji X und ist inzwischen in einer zweiten, überarbeiteten Version erschienen. Mit einem richtigen schönen Bokeh und einem verlässlichen Autofokus sicherlich eine Alternative zum deutlich schwereren und mehr als doppelt so teuren XF 90mm F2.

Ein weiterer Geheimtipp ist das Samyang 85mm F1.8 MKII* (ca. 420 €). Kritiker weisen zwar auf viele chromatische Aberrationen hin. Meiner Erfahrung nach (und das gilt eigentlich immer) a) Gegenlichtblende verwenden und b) in Lightroom einfach zu entfernen. Ich finde dieses Bokeh wirklich beeindruckend.

Fujifilm XF 90mm F2* (ca. 850 €)

Ein Wahnsinnsobjektiv. Ich war begeistert als ich es damals auf der Photokina 2018 einen ganzen Tag lang ausgeliehen hatte. Danach hatte aber auch mein Arm weh getan. Es ist ein Klopper, aber dennoch über jeden Zweifel erhaben. Es gilt als das wohl schärfste Fuji Objektiv. Wenn Du das Beste vom Besten möchtest, dann greife hier zu.

Butter bei die Fische: Welche sind denn die drei Festbrennweiten zur Glückseligkeit?

Prime Trinity

In mindestens 80% der Fälle treffen die Primes meine Anforderungen. Ich mag die maximale Qualität und die maximale Lichtstärke. Daher würde ich immer zu den folgenden Linsen greifen. Sicherlich etwas weitwinkliger als die meisten Fotograf:innen ihre Zusammenstellung wählen würden. Und daher habe ich „in das Blickfeld“ noch ein 56mm Objektiv gewählt. Mehr Tele muss für mich aber wirklich nicht sein.

Dürfte ich nur eine Prime Brennweite wählen – und das ist ja die eigentliche Königsdisziplin – dann wäre es das angekündigte Fujifilm XF 23mm F1.4 MKII (alternativ das angekündigte aber noch nicht erschienene Voigtländer Nokton 23mm F1.2). Oder eben „nur“ eine Fujifilm X100V – aber darüber habe ich vor einer ganzen Weile schon einmal einen eigenen Bericht geschrieben.

Für spezielle Anforderungen – dann, wenn das Gepäck super klein sein muss – würde ich noch eine Compact Prime Trinity in den Ring werfen. Auf einer Expedition mit minimalem Gepäck würde ich die „Fujcrons“ XF 16mm F2.8, XF 27mm 2.8 und XF 50mm F2 mitnehmen. Damit kann man wirklich viel abdecken – mit geringstem Gepäck und dennoch extrem tollen Optiken.

Ausblick

Das alles schreibe ich im März 2022. Und es werden immer mehr Linsen für das Fuji X System angekündigt. Vorbei die Zeiten, in denen nur Fuji (und Zeiss) Objektive für den X Mount herstellten. Durch die Freigabe der Patente an Dritthersteller im letzten Jahr ist nun mit einer wahren Flut an neuen Fuji Objektiven zu rechnen. In Kürze wird auch Sigma mit drei neuen Linsen an den Markt gehen – es wurden 16mm F1.4, 30mm F1.4 und 56mm F1.4 angekündigt (Update April 2022: Kurz vor dem Launch hatte ich die Gelegenheit, das Sigma Trio zu testen: Hier findet Ihr meinen Erfahrungsbericht). Das große Angebot an neuen Objektiven wird dem System helfen – auch wenn es für manche von uns deutlich komplexer werden wird, eine Trinity zusammen zu stellen.

Was sagst Du dazu? Was sind Deine drei Fuji X Festbrennweiten zur Glückseligkeit?

Hier geht es zum ersten Teil dieses Artikel: Die besten Fuji X Zooms

Links zum Weiterlesen

13 Gedanken zu „Die besten Fuji X Objektive? Teil 2: Die Festbrennweiten – Ratgeber, Guide und Erfahrungsbericht.“

  1. Richtig gute Tipps, Florian! Ich kann nachvollziehen, dass Du das Samyang so abfeierst. Ich würde es aber nicht in eine Trinity nehmen. Bei mir wären es 18, 35 und 56, jeweils die 1.4 bzw 1.2 Objektive. Also ziemlich ähnlich zu Deiner Auswahl. Das Voigtländer muss ich mir nun echt mal anschauen, glaube ich. Du hast mich zumindest sehr neugierig gemacht!

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  2. Es fehlen Marko Objektive. Da wären das alte 60mm und das neue 80mm. Vor allem das 80mm kann ich sehr empfehlen. Sehr scharf! Gruß und freue mich auf weitere Fuji Artikel, Bernhard

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    • Makro ist nicht so meins. Und zu beiden Objektiven kann ich auch wenig sagen, da ich sie nicht ausprobiert habe … daher sind sie auch nicht genannt. Viele Grüße, Florian

  3. Lieber Florian, da hast Du wirklich die besten Objektive zusammen gestellt. Ich finde vor allem auch Deine nicht so ganz offensichtlichen Tipps richtig gut, z.B. das XC 35 oder auch Deine ehrliche und aber auch begeisterte Meinung zu Voigtländer. Das habe ich mir vor vier Wochen gekauft, weil mich Dein Bericht überzeugt hat. Und ich bin begeistert. Daher vielen Dank für Deine Berichte! Bin schon gespannt mich auf mehr! Beat.

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    • Herzlichen Dank Beat. Immer wieder gut zu hören! Bin selbst erstaunt, wieviel Feedback zum Voigtländer für das Fuji X Mount kommt! Noch ein Grund mehr, sich auf das neue 23er zu freuen!

  4. Danke für die Übersicht. Mein persönliches Trio besteht (naja noch nicht ganz 😉 aus dem XF27, dem XF16 2.8 und dem XF 50 F2. Klein leicht und ideal für die X-E4. Von den dreien hat es mir das 27er am meisten angetan.

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    • Hi Paul. Danke Dir für Dein Trio. Das ist ja quasi identisch zu meiner kleinen Dreierkombi! Und ja, das 27er ist einfach super … Viele Grüße, Florian

  5. Hallo Florian! Deine persönlichen Bewertungen zu den Fujifilm Objektiven hast sehr gut praxisnah beschrieben! Der Internetauftritt ist erfrischend jugendlich im Ausdruck; für mich als Fotosenior mit über 70 Lebensjahren etwas zu denglisch! Aber die Fototechnik muß mit Pfiff und allgemeiner Verständlichkeit rüber kommen; das ist Dir gelungen! Behalte Deinen begeisterten Biß für unser schönes Hobby!
    Es grüßt Dich ein ebenso begeisterter Fotofreund!
    Dila

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