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Pentacon 50mm/f1.8 – Eine Vintage Linse, die es in sich hat

Mit dem Aufkommen der spiegellosen Kameras erleben „alte Objektive“ eine fast beispiellose Renaissance. Das so genannte „Altglas“ lässt sich mit entsprechenden Konvertern problemlos adaptieren. Dazu müssen die Kameras in der Regel einmal eingestellt werden. Bei den Fujis heißt die Option „Aufnahme ohne Objektiv“ (Einrichtung => Tasten/Rad-Einstellung => Aufn. ohne Obj.), denn im Gegensatz zu den Orignallinsen können die Vintage Objektive der Kamera nicht signalisieren, dass sie angebracht sind, mangels elektronischer Kontakte. Sobald der Kamera also vorgegaukelt wird, dass kein Objektiv „dran“ ist, kann sie auslösen.

Pentacon 50mm/1.8
Pentacon 50mm/1.8

Natürlich gibt es dann keinen Autofokus, aber mit dem Fokus Peaking funktioniert das Scharfstellen – nach etwas Übung – problemlos.

Die zwei großen Vorteile sind nun, dass Vintage Linsen erstens oftmals einen ganz eigenen Charakter offenbaren, inklusive einiger „Fehler“ wie dem Umgang mit Flares bei Gegenlicht oder sehr speziellem Bokeh. Viele Fotografen schätzen diesen Retro-Charme und den damit verbunden, ganz eigenwilligen Charakter dieser Linsen. Zweitens sind diese Objektive teilweise sehr günstig zu erhalten und liefern dabei immer noch richtig gut ab.

Pentacon 50mm/1.8

Ein solches Exemplar ist das Pentacon 50mm/f1.8, das es in mehreren Anschlussvarianten gibt. Die Linse selbst ist ein Flohmarktfund für 15 Euro gewesen und entspricht an den APS-C Kameras wie meiner Fuji X-T10 einem 75mm Objektiv mit einer Blende von 2.8. Eine entsprechende Fuji Optik gibt es nicht, würde aber sicherlich im Bereich von mindestens 500 Euro liegen – spekulativ, aber es zeigt das Potential, das in Vintage Linsen liegen kann.

Pentacon ist eine DDR Marke, deren Objektive in hoher Anzahl produziert wurden, aus diesem Grund sind noch viele Exemplare günstig zu erhalten. Mein Exemplar kommt mit dem PB Mount für die DDR Praktika Kameras. Hierfür ist ein Adapter notwendig – ich besitze mehrere von der Marke K+F, die Variante FX-FB (also Praktika auf Fuji) (Affiliate) schlägt mit knapp 30 Euro zu Buche.

Pentacon 50mm/1.8 mit Adapter

Ich nutze die Linse sehr gerne, um Nahaufnahmen von Gegenständen oder zum Beispiel um Blumen zu fotografieren. Das Bokeh, die Flares und die Kantenabhebungen verleihen den Bildern aus meiner Sicht einen sehr plastischen, fast poppigen Ausdruck. Im Post Processing habe ich das in den folgenden Beispielbildern mit einer leichten Anhebung der Sättigung verbunden, um den Farben noch mehr Kraft zu verleihen.

Blumen Pentacon 50mm/1.8
Blumen Pentacon 50mm/1.8
Blumen Pentacon 50mm/1.8
Blumen Pentacon 50mm/1.8
Blumen Pentacon 50mm/1.8

Alle Aufnahmen sind mit Offenblende, also f1.8 an der Fuji X-T10 im Haynspark und im Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg, im Frühjahr 2016 entstanden (mehr zu meinen Hamburger Fotospots hier).

Nun kann man bei diesem Pentacon 50mm/1.8 Objektiv keine Schärfe erwarten – schon gar nicht auf dem Niveau auf dem die aktuellen, für Digitalkameras gerechneten Objektive sich befinden. Die Ästhetik liegt eher in den Ungenauigkeiten der Optiken, die sich in den weichen, unscharfen Bereichen wiedergeben. Diese können in der Nachbearbeitung in Lightroom ausgeglichen werden, sofern dies vom Fotograf gewünscht ist. Für 15 Euro auf jeden Fall ein Experiment, das ich jedem Besitzer einer spiegellosen Kamera nur empfehlen kann.

Mich haben diese ersten Testaufnahmen so begeistert, dass ich mir weitere Pentacon Objektive zugelegt habe. Eine Erwähung verdient auf jeden Fall das Pentacon 135mm/2.8, das aufgrund seiner x Blendenlamellen genannte „Bokeh-Monster“.

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Pentacon 50mm/1.8
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