Filme online entwickeln lassen: Erfahrungen mit Meinfilmlab, Nimmfilm, Spieker Film und Safelight

Wie kann man Filme online entwickeln lassen? In den letzten Monaten habe ich nach längerer Zeit mal wieder häufiger zu meinen analogen Kameras gegriffen. Statt wie früher die Filme beim Drogeriemarkt vor Ort oder im lokalen Fotogeschäft abzugeben, habe ich mehrere Online-Anbieter ausprobiert. Konkret habe ich Filme bei Meinfilmlab, Nimmfilm, Spieker Film und Safelight entwicklen lassen. Fast alle in sehr guter Qualität. Aber auch durchaus unterschiedlich in punkto Preis und Lieferzeit. Und schließlich auch bei den kleinen Extras. Davon will ich Euch im Folgenden berichten.

Meinfilmlab, Nimmfilm, Spieker Film oder Safelight?

Natürlich muss ich vorwegnehmen, dass Eure Erfahrungen ganz anders sein können und meine wenigen Bestellungen natürlich keine starke Aussagekraft besitzen. Jeder Auftrag ist „handmade“ und kann sich natürlich vollkommen vom nächsten Auftrag unterschieden. Und schaue Dir auf jeden Fall auch die einzelnen Zusatzmöglichkeiten an: XL Scans, Pushing, individuelle Korrekturen, Papierabzüge. All das habe ich nicht ausprobiert.

Filme Online Entwicklen lassen
Filme Online entwickeln lassen

Meine „Use Cases“ waren ganz einfach. Immer wenn ich mal wieder zwei, drei Filme voll hatte, habe ich diese bei einem der Anbieter eingesendet mit dem Ziel, dass Negative entwickelt werden und ich diese auch wieder zurück gesendet bekomme. Zusätzlich wollte ich Scans in einer Auflösung haben, so dass ich die Bilder auch digital verwenden kann – ohne sie großformatig drucken zu wollen. Ich wählte also jeweils die geringste verfügbare Auflösung (bei Meinfilmlab z.B. 2400*3500 Pixel). Enthalten waren sowohl Roll- als auch Kleinbildfilme, jeweils in Farbe und in Schwarz-Weiss.

Wie das „Filme online entwickeln“ funktioniert

Es ist ganz easy. Du durchläufst auf der Website der Anbieter einen Bestellvorgang in deren Online-Shop. Heißt also, Du wählst das Filmformat, Deine gewünschten Leistungen und hinterlässt Deine Adresse. Bei einigen Anbietern kannst Du direkt bei Paypal zahlen. Und dann sendest Du die Filme per Post an den Dienstleister. Oder Du wirst nach Eingang der Filme gebeten, Deine Zahlung zu tätigen, bevor der Entwicklungsprozess beginnt.

Nach einigen Tagen kannst Du Deine gescannten Bilder dann bequem auf den Rechner laden. Nochmal ein paar Tage später flattern dann die Negative ins Haus, oder eben die Abzüge, die Du noch bestellt hast.

Eigentlich total easy. Und auch wenn es viele gute Gründe für das Labor um die Ecke gibt, gerade in Zeiten von Corona ist der Service wirklich von Vorteil. Und natürlich für alle anderen Fotograf:innen, die nicht wie ich in einer Großstadt wohnen und kein eigenes Labor vor Ort haben.

Der Preisvergleich

Wie und mit was vergleicht man denn nun die Preise beim Filme online entwickeln lassen? Nun, auf der einen Seite sind da die lokalen Labore, die Ihr auf jeden Fall für Euch auch testen solltet – wenn Ihr welche in Eurer Nähe habt. Auf der anderen Seite gilt natürlich der Vergleich untereinander. Und hier sind die Unterschiede schon ziemlich deutlich.

(Alle Preise beziehen sich auf den Zeitraum Sommer & Herbst 2021 – jeweils Negativ-Entwicklung und Scan in der Standard-Auflösung).

in € / Herbst 21*MeinfilmlabNimmfilmSpieker FilmSafelight
35mm Color C4115,-14,-11,909,-
35mm Black & White17,-17,-16,5012,-
120er Color C4115,-14,-(19,-)**10,-
120er Black & White17,-17,-(21,-)**12,-
Rückversand der Negative3,754,953,503,-

* die Kosten für das Einsenden der Filme muss Du natürlich noch extra einkalkulieren
** Bei Spieker Film gibt es für 120er Filme keine Standard-Scan Version, die hier in Klammern angegebenen Preise ist die einzig erhältliche hohe Auflösung.

Die obigen Preise beziehen sich NUR auf die wichtigsten Filmtypen bei Standard-Scans und Standard-Lieferzeiten. Express-Bearbeitung oder Sonderwünsche habe ich außen vorgelassen – ganz einfach weil es a) dann schwierig mit der Vergleichbarkeit wird und b) das obige Setup ganz genau meinen Anforderungen entspricht.

Am günstigsten ist Safelight aus Berlin – über alle Filmtypen hinweg. Meinfilm und Nimmfilm sind etwa auf demselben Niveau. Spieker Film irgendwo dazwischen, stark abhängig vom Filmtyp. Gerade wenn man mehrere Rollen auf einmal einsendet, kann da schon ein sehr deutlicher Unterschied zustande kommen.

Die Lieferzeit

Deutlich unterschiedlich war bei mir auch die Lieferzeit bei den vier Anbietern. Wobei ich fairerweise ergänzen muss, dass es in der Meinfilmlab-Bestellung zwei SW-Rollfilme waren, in der Nimmfilm-Bestellung zwei SW-Kleinbildfilme und zusätzlich noch ein Farb-Rollfilm, bei Spiekerfilm und bei Safelight jeweils ein SW-Kleinbild- und ein Farbkleinbildfilm. Vom Umfang her also doch etwas unterschiedlich.

Außerdem habe ich nicht alles zeitgleich durchgeführt, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg von August bis November – nämlich immer dann, wenn ich Bedarf hatte. Aber ich habe darauf geachtet, dass ich beim Bestellen keinen Hinweis auf eine Urlaubszeit hatte, so dass ich mich auf die jeweils angekündigten Bearbeitungszeiten (in der Regel 5-7 Arbeitstage bis zur Bereitstellung der Scans) verlassen konnte. Und ich habe die Filme immer am selben Wochentag und ungefähr zur selben Uhrzeit zur Post gebracht. Was die Lieferdienste daraus machen, dafür können die Labore natürlich nichts, gerade in den Corona Zeiten. Aber zumindest habe ich versucht, auf diese „Variablen zu kontrollieren“. Umso einen halbwegs passablen Vergleich zu bekommen, welcher Anbieter wie lange für meine Filme benötigt.

Nun, Du könntest argumentieren, dass es darauf gar nicht so ankommt. Die analoge Fotografie sei doch ohnehin so entschleunigend und so entspannt. Da sind ein paar Tage mehr oder weniger doch egal. Und auf der einen Seite gebe ich Dir da auch recht.

Aber: Die Zeit ist dennoch ein nicht zu unterschätzender Faktor. Vor allem dann, wenn man seine Filmrollen in einen Umschlag packt und versendet. Ich habe gemerkt, dass mir die reine Entwicklungszeit gar nicht so wichtig war, ich habe aber täglich auf die Eingangsbestätigungen der Anbieter gewartet, also darauf, dass die Filmrollen auch sicher angekommen sind.

Und hier trennen sich Myfilmlab und Safelight von den anderen Anbietern. Beide haben zwei Tage nach meinem Versand eine kurze Bestätigungsmail gesendet, dass alles angekommen ist. Ich war damit erleichtert und konnte mich zurücklehnen. Bei Nimmfilm und Spiekerlab bin ich jeweils nach sieben Arbeitstagen ohne Eingangsbestätigung ungeduldig geworden. Ich hatte wirklich die Befürchtung, die Filme seien verloren gegangen und habe sicherheitshalber per Mail nachgefragt (daher ist die untenstehende Angabe auch in Klammern – ich weiß ja nicht, ob die Eingangsbestätigung später gekommen wäre). Und von Beiden habe ich just darauf dann auch eine Nachricht erhalten, dass die Filme doch eingetroffen sind. Puhh, durchatmen.

(Werktage hier: Mo-Sa)MeinfilmlabNimmfilmSpieker FilmSafelight
Rechnungsstellung / Auftragseingang
(Werktage nach Versand)
2(7)(7)2
Lieferung Scans als Download
(Werktage nach Versand)
52179
Lieferung Negative per Post
(Werktage nach Versand)
824913

Mein Rat an alle Anbieter solcher Services: Das A und O ist es, dem Kunden so schnell wie möglich eine Eingangsbestätigung zu senden. Das trifft wirklich das Bedürfnis der Kund:innen. Es nicht zu tun oder erst auf Nachfrage, das hinterlässt bei mir zumindest ein Fragezeichen. Schließlich geht es darum, dass die Filme nicht verloren gegangen sind. Also Nimmfilm & Spieker Film: Nehmt diesen Service doch als Standard in Eure Abläufe auf. Eure Kunden werden es Euch danken!

Für meine Zwecke sind ein bis zwei Wochen Wartezeit auf die Scans völlig in Ordnung. Und irgendwie wartet man ja auch gerne auf die Bilder. Auch wenn man sich eigentlich gar nicht so recht gedulden mag, bis der Bescheid kommt, dass die Fotoarbeiten fertig sind. Das war schon früher in den 90ern und 2000ern so, als ich nach meinem Urlaub mehrere Filme abgegeben und mich tagelang darauf gefreut hatte, bis ich endlich die Dia-Negative zum Rahmen oder die Papierabzüge abholen konnte. Aber damals wie heute gilt: Vorfreude ist die schönste Freude. Viel wichtiger ist dann doch die Qualität – doch dazu später.

Zwischenfazit zum Filme online entwickeln: Preis und Lieferzeit

Ein erstes Zwischenfazit aus Preis und Lieferzeit gibt eine klare Differenzierung nach Anbieter. Auf der einen Seite Myfilmlab, die für den Kleinbildfilm in Farbe den höchsten Preis verlangen, aber am Schnellsten waren. Auf der anderen Seite Safelight, die für die selbe Dienstleistung nur 60% des Preises von Myfilmlab verlangen, dafür aber auch neun statt fünf Arbeitstage benötigen. Spieker Film befindet etwa genau in der Mitte dieser beiden Anbieter. Und bei Nimmfilm scheine ich einfach eine schlechte Zeit getroffen zu haben.

Ein Versuch der Positionierung beim Filme online entwickeln lassen. Von Meinfilmlab, Nimmfilm, Spieker Film und Safelight nach Preis und Dauer. Die Qualität außen vor gelassen.

Zur abschließenden Einschätzung gehört für mich aber auch das „Drumrum“. Und vor allem natürlich die Qualität der Entwicklung. Es könnte noch so günstig und super schnell sein – wenn das Ergebnis nicht stimmt, kann man natürlich auch nicht zufrieden sein. Und schließlich benötigt saubere Handarbeit auch einfach Zeit. Im Folgenden berichte ich einmal etwas zu den Erfahrungen mit den einzelnen Anbietern bevor ich zu einem abschließenden Fazit komme.

Meine Erfahrungen mit Meinfilmlab

Meine ersten Filme sende ich bei Meinfilmlab ein. Bereits zwei Tage nach Absenden erhalte ich eine Mail mit der Bitte, die Kosten zu überweisen, nach Zahlungseingang werde man mit der Bearbeitung beginnen. In diesem Moment denke ich mir, dass es mit PayPal sicherlich schneller gegangen wäre und dass ich dann doch sicherlich ein Tag Wartezeit sparen würde, wünsche mir also Paypal oder Kreditkarte als Zahlungsmöglichkeit.

Dass Meinfilmlab dennoch am schnellsten von allen Anbietern sein würde, konnte ich noch nicht ahnen. Und tatsächlich bekomme ich vom Meinfilmlab Gründer Jörg Bergs eine Mail mit dem Link zum Download einer ZIP Datei von seinem Server. Inklusive der kurzen Beurteilung „Ihr Auftrag war gut belichtet.“ Das hat mich gefreut, schließlich waren es die ersten Filme aus der Agfa Isolette, bei der ich wirklich keinen Plan hatte (siehe der Bericht zur Isolette). Qualitativ konnte ich nichts beanstanden, auch die Negative trafen wenig später per Post ein. Ich war rundum zufrieden. Wenns was zu verbessern gibt, dann nur etwas mehr Zahlungsmöglichkeiten.

Meine Erfahrungen mit Nimmfilm

Meinen zweiten Schwung an Filmen schicke ich an Nimmfilm. Wie das eben so ist: mehrmals täglich checke ich meine Mails, ob denn die Filme bereits eingegangen sind. Als von Nimmfilm nach einer Woche noch immer nichts zu hören ist, schreibe ich eine Mail. Schließlich will ich sicher gehen, dass die Filme gut angekommen sind.

Genau elf Minuten später kommt der automatisierte Auftragseingang. Ob das nun Zufall ist oder nicht – erst einmal bin ich erleichtert, schließlich hatte ich schon Angst, dass die Filme verloren gegangen sind. Umgehend zahle ich die Rechnung per Paypal.

Nun dauert es aber noch zwei Wochen bis die Scans kommen – per Download von WeTransfer. Und das ist mit Abstand die längste Wartezeit aller Anbieter, insgesamt 21 Werktage nach Versand, Sonntage eingerechnet beinahe einen Monat. Und ich sehe nach der ersten Woche Wartezeit auch warum. Mittlerweile hat Nimmfilm Urlaub auf ihrer Seite angekündigt. Und darauf hatte ich doch beim Versand wirklich geachtet, dass kein Anbieter in den Urlaub geht.

Und Urlaub ist sicherlich der beste Grund für eine längere Lieferzeit, keine Frage. In diesem Fall wurde er aber erst weit über eine Woche nach dem Versand angekündigt. Und unterm Strich fast einen Monat zu warten, das war mir einfach zu lange.

Die Qualität der Scans indes war einwandfrei. Ich war auch gespannt wie ein Flitzebogen, schließlich waren da auch die ersten Bilder mit der neuen Leica R7 dabei. Aber glaubt mir, auch deswegen hat mich die Warterei so leiden lassen. Nicht nur die Scans waren ohne Fehl und Tadel. Nein, auch der Rückversand der Negative in Pergaminhüllen, die direkt abgeheftet werden können. Die Negative muss ich vor der Archivierung also gar nicht mehr anfassen. Das ist wirklich „Best Practice“!

Meine Erfahrungen mit Spieker Film

Beim Spieker Film Lab konnte ich vorab direkt auf der Website per Paypal zahlen. Und dann die Filme einsenden. Ehrlicherweise hätte ich die Filme auch hier in Hamburg einwerfen können. Aber erstens ist der Briefkasten (gefühlt) am anderen der Stadt und zweitens wollte ich den Vergleich hier fair belassen. Also bleibe ich beim postalischen Weg.

Wie bei Nimmfilm habe ich nach sieben Werktagen noch keine Antwort bekommen, ob die Filme nun angekommen sind oder nicht. Also sende ich dieselbe Mail mit derselben Frage auch an Spiekerfilm. Dieses Mal kommt die Antwort nicht ein paar Minuten später als Auftragseingang. Dieses Mal kommt am Abend direkt der Link zu den Scans als Download aus der Dropbox. Die Ordner sind sauber nach den Namen der Filme benannt, also P400 für den Portra 400 oder Berlin400 für den Berlin 400. Zu beanstanden gibt es weder etwas an der Scans noch an den Negativen, die ein paar Tage später eintreffen. Eigentlich alles super – wenn da in Zukunft noch eine automatische Eingangsbestätigung dazu kommen würde.

Meine Erfahrungen mit Safelight

Der letzte Anbieter in meiner kleinen Testreihe ist Safelight. Ich habe hier extra lange gewartet, bis mal nicht extra lange Lieferzeiten von zehn und mehr Tagen angekündigt wurden. Ihr wisst es schon, Safelight war im Mittelfeld – was die Dauer betrifft. Und das war auch völlig okay. Schließlich bieten die Jungs aus Berlin sogar eine Expressbearbeitung für einen minimalen Aufpreis an. Ihr solltet allerdings halbwegs gut englisch verstehen, denn der komplette Bestellvorgang ist auf englisch. Und etwaige Nachfragen bei Safelight sollten das eben auch sein. Kein Problem in Berlin, aber vielleicht in Hintertupfingen?

Es läuft alles wie geschmiert. Zahlung per Paypal. Bestätigung des Eingangs meiner Filme. Neun Werktage nach Versand kann ich die Filme – einmal Kleinbild in Farbe, einmal Kleinbild in Schwarzweiss – von WeTransfer downloaden. Während der Farbfilm einwandfrei ist, finde ich auf den Schwarzweiss Bildern weiße Flecken, Härchen und Fusel. An diesem Donnerstag Abend schreibe ich den Jungs von Safelight, woran das liegen kann, ich habe ja die Negative noch nicht gesehen und kann nicht einschätzen, ob die Fehler auch auf den Negativen zu sehen sind. Nach Tagen ohne Antwort frage ich ein zweites Mal nach.

Dafür sind die Scans inzwischen per Post eingetroffen. Und ich prüfe die betreffenden Negative auf Fusel – diese sind aber einwandfrei. Also ist die Entwicklung selbst korrekt gelaufen, aber vermutlich muss beim Scanvorgang ein Fehler unterlaufen sein.

Keine sonderlich aufregende Aufnahme – zugegeben. Allerdings gut zu erkennen: Ein Haar im linken oberen Bereich, das so auf den Negativen nicht zu finden ist (vgl. hierzu die Vergrößerung unten). Gleiches gilt für die vielen weißen „Spots“ und Härchen in den dunklen Bereichen, vor allem im Wasser.
Hier die entsprechende Vergrößerung. Ganz ehrlich, kein Problem für mich. Das Bild und leider auch der größte Teil des Films ist leider Ausschuss. Und am Wichtigsten: Das Haar ist nur auf den Scans und nicht auf den Negativen. Daher verzichte ich gerne auf das nette Angebot des neuerlichen Scans.

Schließlich schreiben wir ein paar Mal hin und her. Alessandro, einer der beiden Gründer von Safelight, ist sehr nett und aufmerksam und bittet mir einen kostenfreien Rescan an. Er verweist darauf, dass die Schwarzweiss-Scanner keine „Digital ICE Dust Removal“ Funktion hätten und meine Negative durchaus ziemlich dunkel gewesen seien, was für das korrekte Auslesen der Bildinformationen natürlich nicht förderlich sei. Ich muss schmunzeln, weil mir dieser Film wirklich nicht gelungen ist. Es ist für mich kein echtes Problem, dass diese Spots auftauchen, ein neuerlicher Scan ist aus meiner Sicht nun wirklich nicht von Nöten. So ehrlich muss ich zu mir selbst sein.

Was sonst noch auffällt? Die Scans von Safelight kommen komplett ohne EXIF Daten. Soweit überhaupt nicht schlimm. Dadurch, dass sie aber kein Datum aufweisen, landen sie in Lightroom ganz „unten“ in der Bibliothek. Bis ich das verstanden habe, hat es etwas gedauert. Die Scans der anderen Anbieter enthalten jeweils das Datum des Scans und finden sich dadurch „halbwegs“ chronologisch am richtigen Ort.

Um das abzuschließen. Mit Ausnahme des „Fuselgates“ bin ich mit Safelight restlos zufrieden. Und das Angebot des kostenfreien Rescans – den ich nicht in Anspruch genommen habe – macht den Ausrutscher mehr als wett. Außerdem: ich hatte bei Safelight die Möglichkeit, neben der Entwicklung gleich noch neue Filme mit zu bestellen. Diese sind zusammen mit den Negativen eine knappe Woche nach den Scans bei mir in Hamburg eingetroffen.

Fazit zum Filme online entwickeln lassen

Nun, viermal habe ich Filme online entwickeln lassen. Und viermal für Euch meine Erfahrungen gesammelt. Ach ja, natürlich alles auf eigene Kosten ohne Werbung oder so. Just sayin. Muss man heute ja doch auch manchmal noch erwähnen …

Nur Viermal? Natürlich viel zu wenig, um ein echtes Bild zu bekommen. Aber hoffentlich spannend für Dich. Und es zeigt uns auf jeden Fall, auf was man Wert legen und auf was man achten sollte.

Ich werde bei allen vier Anbietern wieder bestellen. Wenns schnell gehen muss, wäre Meinfilmlab meine erste Wahl. Wenn ich auf den Preis achten möchte, dann Safelight. Aber auch Spieker Film und Nimmfilm (ausdrücklich aber abzüglich der langen Wartezeit) haben mich happy gemacht.

Wie sind Deine Erfahrungen? Hast Du einen Lieblings-Anbieter? Schreibe gerne unten in die Kommentare.

Update 30.12.2021

Jens hatte mich in den Kommentaren dieses Artikels auf einen weiteren Anbieter aufmerksam gemacht, nämlich auf On Film Lab aus Frankfurt. Klar, dass ich einen meiner Filme auch dorthin geschickt habe. Ohne nun den obigen Vergleich direkt zu ergänzen – das wäre wirklich unfair – möchte ich Euch aber kurz davon berichten.

Für 15 Euro habe ich einen Kleinbild-Schwarzweissfilm mit Scans entwickeln lassen – preislich liegt On Film Lab also im Mittelfeld. Schnell waren sie mit acht Werktagen nach Versand bei der Bereitstellung der Scans – immerhin war dies über Weihnachten. Auch daher wäre der direkte Vergleich unfair. Aber zwischen den Jahren wurden die Daten zugestellt – und zwar über einen eigenen Download Server. Weder Dropbox noch WeTransfer waren beteiligt. Wenn Dir das also wichtig sein sollte, dann hast Du hier einen echten USP.

Auch die Qualität der Scans an sich ist ohne Kritik. Ich kann den Anbieter also mit gutem Gewissen empfehlen. Allerdings auch hier wie bei Nimmfilm und Spieker Film: Es gibt keine Eingangsbestätigung, wenn der Film angekommen ist. Und das obwohl dies auf der Anbieter-Website im dargestellten Workflow extra so beschrieben ist. Auch im Spamordner finde ich keine Benachrichtigung.

Einmal mehr meine Empfehlung an alle Online-Anbieter der analogen Filmentwicklung: Informiert Eure Kund:innen, wenn die Filme gut angekommen sind. Sie werden es Euch danken! Mir jedenfalls ist das unglaublich wichtig geworden!

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6 Gedanken zu „Filme online entwickeln lassen: Erfahrungen mit Meinfilmlab, Nimmfilm, Spieker Film und Safelight“

  1. Vielen Dank, Florian, für den schönen Artikel und den Vergleich. Spieker Film Lab und Safelight kannte ich noch nicht.

    Ich persönlich habe mit MEIN FILM LAB bislang sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn die Lieferzeiten stark variiert haben. Bei NIMM FILM habe ich eine eher negative Erfahrung gemacht, so dass ich dort nicht mehr bestellen werde.

    Ein weiteres Labor, das vor allem mit der Einfachheit des Bestell- und Bezahlprozesses besticht, ist aus meiner Sicht ON FILM LAB in Frankfurt.

    Vielleicht wäre das ein guter Kandidat, um deinen Vergleich bei Gelegenheit zu erweitern.

    Beste Grüße
    Jens

    Antworten
    • Hallo Jens, vielen Dank für Deine Ergänzungen und Deinen Kommentar. Ich werde On Film Lab mal auf die Liste nehmen, super!
      Und: ich bin großer Fan von Deinem Lofoten Buch 🙂
      Viele Grüße, Florian

  2. Hallo Florian. Danke für Deinen Bericht, das ist sehr spannend. Ich kannte nicht alle Anbieter, ich werde sicherlich mal daher einen Neuen ausprobieren. Meine Freundin hat bei Safelight die selben Erfahrungen machen dürfen, bei Rückfragen hat es sehr lange gedauert bis eine Antwort kam, sie war nicht zufrieden mit den Scans. Ich weiss aber, dass ganz viele ihre Bilder dort hinschicken und das auch immer wieder tun. Vielleicht solltest Du aber auch einfach mal lokale Fotolabore ausprobieren? Herzliche Grüße aus Dortmund!

    Antworten
    • Hallo Sven. Danke für Deine Erfahrungen. Ich habe mir tatsächlich vorgenommen auch einmal die lokalen Labore zu testen. Die Einfachheit des Vorgangs der Online-Anbieter fasziniert mich jedoch auch, daher werde ich das ein oder andere Labor sicherlich noch ein zweites Mal unter die Lupe nehmen. Viele Grüße, Florian

  3. Vielen Dank für das teilhaben an deinen Erfahrungen. Auch ich bin immer wieder
    am suchen wo ich meine Negativ Filme scanen lassen kann.

    Ich bin also aus Neugier auf die Seite von Safelight gegangen. Mir ist nicht ganz
    klar warum ein Unternehmen mit Sitz in Berlin das sich an deutsche Kunden richtet
    seine Homepage komplett in Englisch gestaltet. Ich war nach 30 Sekunden wieder
    raus.
    Ganz anders Spieker Film Lab. Werde ich ausprobieren, danke für den Tipp.
    Viele Grüße
    Andreas

    Antworten

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