Die verschneiten Panzerkiefern am Monte Pollino (unterwegs mit der Leica Akademie)

Fünf Tage sind wir unterwegs im größten Nationalpark Italiens, dem Parco Nazionale del Monte Pollino. Ganz alleine auf uns gestellt, ausgerüstet mit warmer Kleidung, Proviant, Kocher, Zelten und Schlafsäcken. Um dem vielen Schnee zu trotzen und die uralten Panzerkiefern zu bewundern. Und die gibt es – außer noch auf der Balkanhalbinsel – eben nur hier in Süditalien.

Süditalien? Schnee? Das passt ja eigentlich gar nicht zusammen. Zumindest nicht in meiner Vorstellung, als ich zum ersten Mal vom Monte Pollino höre. Aber in der Tat sind wir ganz weit im Süden von Italien. Und zwar soweit, dass Sizilien nur noch ein Katzensprung entfernt ist. Es ist diese Gegend, von der alle immer behaupten, es sei das „andere“ Italien. Einfach, ländlich, herzlich. Weit weg von Mailands Eleganz, der Kultur von Florenz oder der Größe Roms.

Mit der Leica Akademie am Monte Pollino
Die Hochebene am Monte Pollino mit Blick auf den Serra Dolcedorme (Leica M10-R mit Apo Summicron-M 35mm F2 ASPH).

Und wir sind auch sehr hoch, nämlich auf über 2.000 Meter Seehöhe. Der Nationalpark erstreckt sich mit mehreren Bergkuppen (von denen eine der 2.248 Meter hohe, namensgebende Monte Pollino ist) als südlicher Ausläufer des Apennin. Und hier oben sammelt sich im Winter eine Menge Schnee. So viel, dass wir nur mit Schneeschuhen voran kommen.

Terranova di Pollino

Ganz in der Nähe des Örtchens Terranova di Pollino beginnen wir unsere Tour. Hier in der Basilicata, an der Grenze zu Kalabrien, auf etwas mehr als 1.000 Meter Seehöhe, liegt wenig Schnee. Nämlich nur dort, wo es ganz schattig ist und die Februarsonne nicht hinkommt. Aber nur wenige hundert Höhenmeter weiter oben, benötigen wir schon die Schneeschuhe, um nicht einzusinken. Beinahe meditativ setzen wir einen Fuß vor den Anderen und konzentrieren uns aufs Vorankommen. Höhenmeter um Höhenmeter, immer in Richtung der großen Hochebene, dem „Garten der Götter“ entgegen.

Bevor wir dort ankommen, errichten wir ein Zwischenbiwak, etwa auf 1.500 Meter Höhe. Zu Acht marschieren wir einige Minuten im Kreis, um eine Fläche im Schnee einzuebnen – das Fundament unserer Nacht. Und es ist gut, dass wir die beiden Zelte so zeitig aufbauen und sorgfältig sichern. Denn zum vorherrschenden Sturm wird sich schnell viel Regen und später noch eine Menge Schnee gesellen.

Das Kleinere von den beiden Zelten. In Gesellschaft von zwei Schneeschuhen.
Das Kleinere von den beiden Zelten. In Gesellschaft von zwei Schneeschuhen (Leica M10-R mit Apo Summicron-M 35mm F2 ASPH).

Sturm, Regen und Schnee

Der Wetterbericht für die kommende Tage liegt wie eine höchst abwechslungsreiche Prophezeiung vor uns. Neben heftigen Stürmen erwarten wir Neuschnee, zumindest in den höheren Lagen. Und damit frisch verschneite Panzerkiefern. Von Tag zu Tag soll es dann wärmer und sonniger werden. Wir sind also eingestellt auf extreme Kälte und Feuchtigkeit zu Beginn der Wanderung und auf einen fast schon frühlingshaften und vor allem trockenen Ausklang der Tour. Besser so als Andersrum, das ist mein Gedanke vor und nach dieser ersten Etappe.

Besser? Reines Wunschdenken! An diesem ersten Abend sitzen wir eng beieinander in unserem größeren Zelt. Wir schmelzen Schnee, um kochen zu können. Und für einen heißen Tee – es ist bitter kalt! Der Sturm weiß die Wände der Jurte kräftig durchzuschütteln und die Gestänge immer wieder auf ihre Haltbarkeit zu prüfen. Der Regen peitscht gegen das Zeltdach. Würden wir im Trockenen sitzen, wäre das Ganze sogar richtig gemütlich. Trocken? Fehlanzeige!

Panzerkiefern (Leica M10-R mit Apo Summicron-M 35mm F2 ASPH).

Denn es gibt keinen isolierenden Zeltboden. Außerdem regnet es im Zeltinnern, Kondenswasser tropft von der Zeltdecke, wir kochen ja auch im Zelt. Später in der Nacht, als das Thermometer bis in den zweisteilligen Minusbereich fällt, schneit es auf diese Art und Weise im Zelt. Gemütlich geht anders.

Ich gebe es zu. In diesem Moment will ich überall anderswo auf der Welt hin, aber nicht auf die Hochebene am Monte Pollino. Ich träume auch nicht von verschneiten Panzerkiefern. Um ehrlich zu sein, ich mache kein Auge zu. Nicht nur, dass die Umstände an sich schon grenzwertig sind. Nein, ich liege auch noch in der Zeltmitte, dort wo eben noch der Kocher stand und jetzt – durch die Hitze – eine schöne Kuhle im Schneeboden klafft.

Auch dort, wo ich immer mal wieder einen Ellenbogen oder einen Fuß der Anderen abbekomme. Zu allem Überfluss geht auch noch der Reißverschluss meines Schlafsackes kaputt. Über fast die gesamte Länge ist er nicht mehr zu schließen und bleibt damit auch die ganze Nacht offen. Die fiese nasse Kälte ist damit herzlichst eingeladen, sich genau dort auszubreiten, wo ich doch eigentlich möglichst lange warm bleiben wollte.

Eine Panzerkiefer von unten betrachtet (Minolta CLE mit Leica Summicron 28mm F2 auf Ilford Delta 100)

Auf in den Garten der Götter

Natürlich geht auch die schlimmste Nacht vorbei. Fragt nicht wie, aber vermutlich habe ich dann doch eine Mütze Schlaf abbekommen. Zumindest reichen die Kräfte gut aus für die zweite Etappe hoch auf die Hochfläche. Dort, wo man in beide Richtungen das Meer sehen kann. Und so stehen wir schon wenige Stunden später nach dem Aufstehen an der Grande Porta del Pollino, dem Sattel zwischen den Gipfelkämmen der Serra delle Ciavole und der Serra di Crispo. Wir sind im Garten der Götter, um uns herum stehen die altehrwürdigen, teilweise über 1.000 Jahre alten Panzerkiefern. Majestätisch wachsen sie in den süditalienischen Himmel. Gekommen, um zu bleiben – für alle Ewigkeiten.

Sie erreichen Höhen bis 40 m bei einem Durchmesser von 1,50 m. Ihre Stämme zeigen häufig auffälligen Drehwuchs. Durch Wind und Wetter gegerbt haben viele Bäume tote Astpartien. Mit ihrem bizarren Wuchs wirken sie mitunter wie große Bonsais. Das charakteristischste Merkmal alter Panzerkiefern ist ihre gefelderte Borke, die an die Oberfläche eines Schildkrötenpanzers oder an die Rüstungspanzer der alten Römer erinnert. Sie verleiht den Bäumen einen gewissen Kälte-, Hitze- und Feuerschutz. Junge Triebe und Stämme dagegen sind noch relativ glatt und hell- bis aschgrau gefärbt. 

Steinecke & Schubert: Frühling im Nationalpark Pollino
Panzerkiefer am Monte Pollino (Minolta CLE mit Leica Super Elmar 21mm F3.4 auf Ilford Delta 100)

Wunderbar verschneit und vereist erleben wir die Panzerkiefern an diesem zweiten Tag unserer Tour. Wie unendlich viele Gestalten stehen sie am Hang. Manche gebeugt und gebeutelt von Wind und Schnee. Andere wiederum voller Stolz und Würde, standhaft in alle Himmelsrichtungen blickend. Alles glitzert in der klirrenden Kälte. Der Schnee knirscht unter unseren Schneeschuhen. Die Kameras klicken. Und das Wetter wird immer besser.

Alltag im Campo Pollino

Wir finden ein windgeschütztes Camp und auch hier betätigen wir uns als Hobbylandschaftsgärtner. Mit der Schneeschaufel ebnen wir zwei Flächen für die beiden Zelte ein und designen eine Sitzbank im Schnee für unser morgendliches Frühstück und unser abendliches Festessen.

Festessen? In erster Linie gibt es getrocknete Expeditionsnahrung, die mit heißem Wasser aufgegossen wird und nach ein paar Minuten essbereit ist – vorausgesetzt man hat ausreichend Schnee geschmelzt und heißes Wasser zur Hand. Aber jeder von uns hat auch noch ein paar Köstlichkeiten mitgebracht. Käse, Speck, Schinken, Nüsse, Schokolade – unsere Belohnung für die harten Tage. Eigentlich sind wir die ganze Zeit am Essen und am Essen verteilen. Ähnlich funktioniert es auch mit der Flüssignahrung: neben geschmolzenem Schnee für den heißen Tee taucht immer mal wieder eine Runde erlesener Schnapsspezialitäten auf. Alte Birne, Wodka aus Polen, Schottischer Whisky. Bei all der Enthaltsamkeit müssen wir uns hin und wieder auch mal was Gutes tun.

Geometrie am Berg (Leica M10-R mit Noctilux 50mm F0.95 mit ND0.9).

Am meisten aber werden unsere Augen verwöhnt. Diese Landschaft ist einzigartig. Nicht nur die faszinierenden Panzerkiefern ziehen uns jeden Tag aufs neue in ihren Bann. Die Bergwelt ist sanft geformt, die dicke Schneedecke hüllt den kompletten Nationalpark wie in Watte. Der Himmel wird von Tag zu Tag etwas blauer und gegen Abend zeigt die Sonne ihr kitschigstes Gewand. Die Sonnenuntergänge sind so grell gelb-orange-rot, dass ich Tage später die Sättigung in Lightroom herabsetzen muss. Die Natur übertrumpft die hochgelobte Leica Technik, diese Farben kann man gar nicht unkitschig einfangen.

Viele von uns fotografieren aber auch in Schwarzweiss. Die harten Kontraste durch Schnee und Sonne, aber auch die vereisten Konturen an den Bäumen und im Schneeboden schreien geradezu nach einer dominanten Monochromie. Ich fotografiere daher sowohl in Farbe (digital) als auch in Schwarzweiss (analog). Dazu am Ende dieses Berichts mehr.

Auf die Serra di Crispo und die Serra delle Ciavole

Wann immer wir das Lager verlassen, in dem wir nun drei Nächte am Stück bleiben, erkundigen wir großartige Szenerien. Dadurch, dass die Temperatur immer wärmer wird, verändert sich auch die Umgebung von Tag zu Tag. War am ersten Tag nach dem Schneesturm noch alles vereist, sind die Kiefern am obersten Nadelkleid schon am zweiten Tag grün. Der Schnee wird weicher, hie und da schmelzen Eiszapfen, die in der kommenden Nacht schon wieder anfrieren. Die Landschaft ist in Bewegung, die süditalienische Sonne zeigt in dieser ersten Februarwoche, dass sie bald auch in den hohen Lagen des Monte Pollino wieder die Oberhand gewinnen wird.

Glitzer, glitzer (Leica M10-R mit Apo Summicron-M 35mm F2 ASPH).

Wir nutzen die kommenden Tage um nur mit Tagesgepäck die umliegenden Anhöhen zu erkunden. Auch wenn der Nationalpark nicht wirklich ein Lawinengebiet ist, können wir weder auf den Gipfel des Monte Pollino (2.248 m) noch auf den der Serra Dolcedorme (2.267 m). Stattdessen erkundigen wir unsere „Hausberge“ ganz in der Nähe des Campos, die Serra di Crispo (2.053 m) und die Serra delle Ciavole (2.130m).

Wir genießen herrliche Ausblicke. Richtung Osten reicht der Blick über den Golf von Tarent, der riesigen, zum ionischen Meer gehörigen Bucht. Bildlich gesprochen: die Lücke zwischen Absatz und Laufsohle des italienischen Stiefels. Sobald wir in die entgegengesetzte Richtung, also nach Westen schauen, sehen wir das tyrrhenische Meer. Und irgendwo Richtung Nordwesten, da müssten Neapel und der Vesuv sein. Dort wo wir vor einigen Tagen die Reise mit einer gehörigen Portion Street Fotografie begonnen haben (dazu findest Du hier einen eigenen Bericht).

Blick ins Tal, im Hintegrund das Ionische Meer (Minolta CLE mit Leica Noctilux 50mm F0.95 mit ND0.9 auf Ilford Delta 100).

Lohnenswert sind auch die Blicke in den Schnee. Wir sehen Spuren von Schneehasen. Aber am faszinierendsten sind die immer wieder auftauchenden Wolfsspuren. 30 bis 40 Exemplare sollen im Nationalpark Monte Pollino leben, wir freuen uns schon über die Nachweise im Schnee. Wir könnten sie vermutlich nachts sogar jaulen hören, würden wir uns nicht mit Oropax die Garantie einer ruhigen Nacht verschreiben. Wir sind schließlich zu acht und mindestens zwei von uns sorgen regelmäßig dafür, dass kein Feind dem Campo zu Nahe kommt. Die letzten Nächte schlafen wir sogar unter freiem Himmel. Da ist es doch beruhigend zu wissen, dass etwas Schnarchen dazu beiträgt, dass sich die Wölfe von uns fernhalten.

Am letzten Tag schließlich ist es schon so warm, dass wir tagsüber im T-Shirt Schneeschuhwandern können. Es fühlt sich an wie Skifahren im Frühjahr. Man möchte unbedingt ein letztes Mal, aber eigentlich ist es schon zu spät dafür. Der Schnee wird immer weicher. Die Sonne ist noch etwas heller und alles glitzert und funkelt. Eigentlich sollte man mit dem Aprés-Ski noch etwas früher anfangen als geplant.

Panzerkiefer am Monte Pollino (Minolta CLE mit Leica Summicron 28mm F2 auf Ilford Delta 100)

Und so ist der fünfte Tag auch der beste Tag für den Abstieg von der Hochfläche des Pollino. An der Grande Porta sagen wir „Grazie Mille“ für diesen fantastischen Aufenthalt. Wir blicken ein letztes Mal zu den beiden Meeren. Und verabschieden uns von den majestätischen Panzerkiefern. Ich klicke auf meinen persönlichen Auslöser um diese magische Szenerie dieses Mal nicht auf einem Sensor und nicht auf Filmmaterial abzuspeichern, sondern auf meiner ganz persönlichen Speicherkarte. Die Hochebene am Monte Pollino, den „Garten der Götter“, das möchte ich nicht mehr vergessen.

Am selben Abend sitzen wir etwa 1.000 Höhenmeter tiefer bei Isabella in der Taverne. Noch voller Euphorie der letzten Tage genießen wir das typische kalabrische Essen. Bohnen, Speck, Pilze, etwas Pasta. Es ist einfach, aber herrlich. Dazu das ein oder andere Glas Rotwein. Und spätestens als Pino Salamone mit seinem Dudelsack ein paar traditionelle Weisen spielt, sind wir alle von diesem „ganz eigenen Stück Italien“ verzaubert.

Dudelsack und Süditalien? Ja, das ist genauso unvorstellbar wie Schnee und Süditalien. Aber so ist das eben manchmal mit der eigenen Vorstellung. Man muss es erlebt haben und dann wird man es auch nie wieder vergessen.

Das genutzte Leica Equipment

Auf den letzten Touren der Leica Akademie habe ich jeweils einen eigenen Bericht über die Reise über das genutzte Equipment geschrieben. Dieses Mal verzichte ich auf einen eigenen Artikel, habe ich doch erneut die Leica M10-R ausgeliehen. Die Kamera hat mich wieder zuverlässig begleitet, und das auch bei den extremen Bedingungen.

Spannender war mal wieder die Auswahl der Objektive. Neben dem mir schon aus dem Val Grande bekannten Super Elmar 21 F3.4 hatte ich das erst 2021 erschienene Apo Summicron 35mm F2 bei der Leica Akademie angefragt. Und tatsächlich konnte ich mir dieses Objektiv ausleihen; immerhin stolze 7.300 Euro wert und tituliert als Meisterstück von Leica Legende Peter Karbe .

Auch eine Panzerkiefer fängt mal klein an (Leica M10-R mit Noctilux 50mm F0.95 mit ND0.9).

Und ja, es hat super abgeliefert. Unglaublich wie klein und kompakt die Linse ist. Und wie sauber, ja clean gerechnet die Ergebnisse rüberkommen. Vielleicht fast schon etwas zu „rein“ mag man sagen. Enttäuscht hat es indes im Gegenlicht, Sonnenstrahlen einzufangen war mir nicht möglich, weder bei geschlossener noch bei offenerer Blende. Aber dazu wurde es ja auch nicht konstruiert.

Mein Highlight war das Noctilux 50mm. Stefano hatte mir sein eigenes Exemplar ausgeliehen. Vielleicht das Objektiv aller Objektive. Sauschwer scharf zu stellen, unendlich viel Ausschuss. Aber wenn es denn mal geklappt hat, dann zeigt es eine Abbildung, die ich sonst nicht kenne. Eine Dreidimensionalität, die Seines gleichen sucht. Natürlich dank Offenblende F0.95. Kostet dummerweise auch über 11.000 Euro. „Also gleich wieder vergessen“ lautet das Motto…

DIE technische Erkenntnis dieser Reise war aber die Wiederentdeckung der 28mm. Ich habe sehr viel mit dieser Brennweite fotografiert, sowohl das Summilux als auch das Summicron konnte ich am Monte Pollino nutzen. Nachdem ich die Leica Q vor zwei Jahren verkauft hatte, habe ich die 28mm eigentlich nur noch mit dem Weitwinkeladapter meiner Fuji X100V genutzt. Aber eigentlich auch eher sporadisch. Am Monte Pollino waren die 28mm meine Lieblingsbrennweite. Und ich habe mir vorgenommen, mich ihr zuhause in Hamburg auch wieder mehr zu widmen. Es passt einfach eine ganze Menge aufs Bild und trotzdem schaffe ich es gerade noch, Motive zu platzieren. Bei 24mm oder gar 21mm funktioniert das schon nicht mehr.

Nach Sonnenuntergang am Monte Pollino (Leica M10-R mit Summilux 28mm F1.4).

Analogfotografie am Monte Pollino

Es war schon eine kleine Challenge, zusätzlich eine Analogkamera und einige Rollen Schwarzweissfilm mitzunehmen. Denn bei zwei Kameras kommt immer Eine zu kurz. Und eigentlich ging es bei dieser Tour ja auch darum, möglichst wenig Equipment dabei zu haben. Trotzdem: Ich wollte unbedingt auch auf Film fotografieren. Und hatte mich daher für die Leica M10-R UND für eine analoge Kamera entschieden.

Ende letzten Jahres hatte ich mir eine Minolta CLE zugelegt, quasi die kleinste „Leica M Kamera“, die es gibt (hier gibt es einen eigenen Bericht zur CLE). Perfekt war, dass ich die zur M10-R von der Leica Akademie ausgeliehenen Objektive auch an der Minolta nutzen konnte. Allen voran aber das Leica Summicron 28mm F2, weil es die perfekte Größe für die kleine Minolta hatte. Und weil mir die 28mm Brennweite einfach so „getaugt“ haben.

Die Arbeit mit dem CLE Messsucher habe ich als deutlich anspruchsvoller empfunden als mit dem Messsucher der Leica M10-R, immerhin liegen auch 40 Jahre Kameratechnik zwischen den beiden Modellen. Apropos Challenge: ich habe sogar mit dem Noctilux an der Minolta CLE ein paar Shots machen können, die zumindest nicht völlig unscharf geworden sind.

Minolta CLE
Im Garten der Götter am Monte Pollino (Minolta CLE mit Leica Summicron 28mm F2 auf Ilford Delta 100)

Entschieden hatte ich mich für einen Ilford Delta 100 mit einer Blendenstufe Überbelichtung, angesichts des vielen Schnees. Natürlich sind nicht alle Bilder perfekt geworden. Aber die Technik hat den klimatischen Widrigkeiten Stand gehalten. Und herausgekommen sind Schwarzweiss-Aufnahmen, die einen ganz eigenen Look haben. Bilder, die grob sind. Mit dem schönsten Korn. Ergebnisse mit Charakter. Ich mag das. Und es spiegelt diese Einsamkeit und die Wildnis des Monte Pollino ehrlich wider. Genau so wie ich das dort oben empfunden habe, in diesen wunderbaren fünf Tagen in Süditalien.

Dankeschön!

Nach solch einer beeindruckenden Tour möchte ich mich bei Dir bedanken, Stefano! Ich freue mich ja sehr, dass Du meine Berichte gerne liest und daher kann ich Dich hier auch direkt ansprechen.

Dir haben wir es zu verdanken, dass solche Erlebnisse überhaupt möglich sind. Mit Deinem Wissen, Deiner Erfahrung, Deiner Ortskenntnis, aber auch Deiner Liebe zur Natur gibst Du uns den Kompass für solch einzigartige Erlebnisse. Ich mag es sehr, wie Du Dich bei jedem Campo bedankst, wenn wir es verlassen und weiterziehen. Durch Dich erfahren wir einen wichtigen Austausch mit der Natur. Du inspirierst mich und Du gibst uns die nötige Ruhe. Dafür sage ich Dir ganz vielen Dank!

Monte Pollino
Im Einklang mit der Natur (Minolta CLE mit Leica Noctilux 50mm F0.95 mit ND0.9 auf Ilford Delta 100).

Dank gebührt auch dem ganzen Team. Es sind extreme Bedingungen und da ist jeder auf die Hilfe vom Anderen angewiesen. Sonst kann es nicht funktionieren. Und es ist immer wieder toll zu sehen, wie gut das funktioniert. Und das war auch dieses Mal wieder so. Ich nehme davon viel mit für die Wochen und Monate danach. Danke, Rosenbuben!

Und natürlich finde ich es auch nach wie vor ein unglaublich attraktives Konzept, dass ich mir bei einer solchen Reise eine Kamera mit Objektiven aus dem Leica Sortiment ausleihen kann. Die Leica Akademie bietet damit eine wunderbare Möglichkeit, Leica Produkte auszuprobieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: War ich bei meiner ersten Tour mit dem Messsucher noch völlig überfordert, ging das dieses Mal reibungslos und vor allem schnell und präzise von der Hand. Dank der Akademie „kann“ ich nun Leica M. Und nicht zu vergessen: Toll, dass Ihr solche Touren anbietet. Danke, Leica Akademie!

Zum Weiterlesen und -hören

Bilder zum Monte Pollino (Leica M10-R)

Bilder zum Monte Pollino (Minolta CLE)

Fotografiert auf Ilford Delta 100. Entwickelt und gescannt bei Open Eyes, Hamburg.

Das Video zum Monte Pollino

Bildershow der Analog Fotos am Monte Pollino

2 Gedanken zu „Die verschneiten Panzerkiefern am Monte Pollino (unterwegs mit der Leica Akademie)“

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