What’s in my Camera Bag? Ein Blick in meine Kameratasche (Leica M, 2026)

Immer wieder werde ich gefragt, mit welcher Ausrüstung ich eigentlich fotografiere. In diesem Artikel zeige ich nun, welche Kameras und Objektive ich als Street- und Reisefotograf in meiner Kameratasche habe – aktuell mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Leica M System.

Eigentlich erstaunlich. Seit vielen Jahren blogge ich auf dieser Website zu den Themen Fotografie und Reisen, aber all die Jahre habe ich nie einen What’s in my Bag? Artikel geschrieben (abgesehen von meinen Sabbatical-Packlisten für Indien, Südafrika und Japan). Es ist also längst überfällig, dass ich zusammenstelle, welches Equipment sich für meine Fotografie etabliert hat. Nein, ich habe nicht immer alles dabei, was Du gleich zu lesen bekommst. Aber daraus stelle ich meine Fototasche jedes Mal individuell zusammen.

Meine Kamera(s)

– Leica M11

Die Kamera meiner Wahl ist die Leica M11. Warum? Erstmal weil sie so klein und so unauffällig ist. In Kombination mit den kleinen M-Objektiven gibt es eigentlich kein kompakteres Kleinbild-System. Dazu fühlt sie sich super wertig an. Und in ihr steckt Technik, die mich nie im Stich lässt – egal ob bei minus 35 Grad im finnischen Winter, in schwindeligen Höhen im Himalaya oder einfach „nur“ zuhause in Hamburg – die M liefert ab, bedingungslos. Und sie ist in der 11er-Serie ausgestattet mit einem der besten Kleinbildsensoren überhaupt; nämlich mit bis zu 60 Megapixeln und einem extremen Dynamikumfang. Die Leica M11 lässt also kaum Wünsche offen. Wenn Du mehr dazu lesen willst, dann klicke hier für mein ausführliches Leica M11 Review.

Leica M11
Leica M11 mit dem Voigtländer Ultron 28mm F2

– Leica M7

Hin und wieder fotografiere ich auch analog. Am Liebsten mit meiner Leica M7, weil auch sie sich so gut anfühlt und weil ihre Belichtungsmessung perfekter nicht sein könnte. Und weil es einfach genial ist, sie parallel zur M11 zu nutzen. Denn natürlich brauche ich nicht ein eigenes Objektivset für meine Analogkamera, ich nutze einfach dieselben M-Objektive wie für die digitale Leica M11 (dazu unten mehr).

– Kleinere Alternativen

Für die Hosentasche nutze ich neben der digitalen Ricoh GR III eine analoge Olympus mju1. Ihr kennt vielleicht meine Point & Shoot Serie, in der ich die perfekte analoge Hosentaschenkamera suche, im Augenblick bin ich gedanklich zwischen der Konica Big Mini und eben der genannten Olympus mju. Ich mag diese Hosentaschenkameras und ergänze sie gerne zu meinen M Kameras. Schaut dafür doch hier mal rein meine analoge Point & Shoot Serie.

Meine Objektive

Wenn Du einmal ins Rabbit Hole der Kameratechnik eingestiegen bist, dann weißt Du, dass die Wahl der richtigen Kamera erst der Anfang ist. Richtig los gehts ja eigentlich erst mit der Wahl der richtigen Linsen.

Ich folge hier einem sehr pragmatischen Ansatz: Statt auf die originalen Leica Objektive zu setzen, fotografiere ich mit den Gläsern von Voigtländer und Zeiss. Und zwar aus der Überzeugung, dass ich hier das beste Preis-Leistungsverhältnis bekomme. Auch wenn ich zugegebenermaßen auch gerne ein paar Leica Objektive hätte. Noch wehrt sich der homo oeconomicus in mir vehement… Aber lasst mich „meine“ Objektive einmal aufzählen, vom Weitwinkel bis zum Tele.

– Voigtländer Color Skopar 21/3.5

Nicht meine erste Wahl in meiner Kameratasche. Aber immer wenns eng wird, habe ich es dabei. Also in Häuserschluchten zum Beispiel. Oder aber wenn ich viel drauf kriegen will, etwa wenn ich architektonisches Stilleben fotografiere. Das 21er ist so klein und kompakt, dass es einen festen Platz in meinem Line Up hat. Hin und wieder mag ich die 21mm auch, wenn ich auf der Straße mal so richtig nah an die Menschen ran möchte. Macht einen extrem dynamischen Eindruck. => Hier habe ich ein ganzes Review dazu geschrieben.

Voigtländer Color Skopar 21mm F3.5
Das kleine Voigtländer Color Skopar 21mm F3.5

– Zeiss Biogon 25/2.8

Alan Schaller liebt sie, Paul Ripke hat das WM Finale 2014 damit dokumentiert. Und auch ich bin ein großer Fan der 24er Brennweite. Zum Beispiel habe ich das APS-C äquivalente Fujinon 16mm F1.4 an den X-Kameras extrem gerne genutzt. Leider bietet das sonst so üppige Voigtländer-Sortiment nichts zwischen 21 und 28. Und die Leica Varianten gehören mit zu den teuersten Linsen überhaupt.

Eigentlich gibt es nur eine einzige 24er-ähnliche Variante für das Leica M System, nämlich das Zeiss Biogon 25mm/2.8. Nicht wirklich kompakt, aber dafür mit einer unglaublich plastischen Charakteristik, einer moderne Farbwiedergabe, etwas kühl, etwas bläulich und mit einer typischen Biogon-Zeichnung. Eine Linse, die ich wirklich liebe und die ich immer wieder in der Straßenfotografie einsetze. Eben weil doch noch ein Tacken mehr darauf passt als bei meinem persönlichen Klassiker, der 28er Brennweite.

– Voigtländer Ultron 28/2 II

Es ist mein Immerdrauf. Ich mache damit 90% meiner Bilder und oftmals ist es auch das einzige Objektiv, das ich dabei habe. Und das seit vielen Jahren. Warum ich es so gerne mag? Ich machs kurz: hier kannst Du es nachlesen.

– Voigtländer Nokton 40/1.2

Meine erste Wahl an der analogen Leica M7. Ich kann Euch gar nicht sagen warum, aber irgendwie finde ich, dass die 40mm so gut zur analogen Fotografie passen. Mit dabei ist ein ND Filter, damit ich ab und an auch offenblendiger fotografieren kann. Auch wenn ich im Messsucher etwas schätzen muss, weil die 40mm nicht unterstützt werden, so mag ich die Brennweite viel lieber als die prominenten 50mm. Auch zum 40er habe ich einen eigenen Bericht mit Beispielen veröffentlicht.

– Voigtländer Nokton 50/1.5 II

Ja, auch ich habe ein 50er. Diese klassischste aller Brennweiten. Aber ich nutze dieses Glas eigentlich so gut wie nie und das 50/1.5 Nokton ist so etwas wie das ungeliebte Kind in meiner Objektivfamilie. So richtig bin ich nie damit warm geworden und eigentlich habe ich es nur, weil ich eben auch ein 50er mein Eigen nennen möchte. Es ist eine Brennweite, die mir einfach schwer fällt und wenn ich dann doch zum 50er greife, vermisse ich mein Voigtländer Nokton 50/1.2, das ich vor zwei Jahren eben gegen das 1.5er getauscht hatte, weil es doch etwas groß ist. War ein Fehler, würde ich heute sagen. Daher schicke ich Dich hier zum Review meines 50/1.2ers

– Voigtländer Apo Skopar 90/2.8

Okay, ein Tele muss sein. Und das ist bei mir das kleine 90er von Voigtländer. Wenn ich „klein“ schreibe, dann meine ich nicht nur klein, sondern beschreibe direkt auch den USP. Es ist wirklich unfassbar kompakt, so dass es immer irgendwo in der Tasche Platz hat. Mit 2.8 gerade ausreichend lichtstark. Wenn Du also – wie ich – selten Teleaufnahmen machst, aber dennoch ein Backup haben möchtest, dann ist das Apo Skopar die perfekte Lösung für Dich. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen, ich liebe die Charakteristik, die Zeichnung, die Schärfe. Ein kleines Wunder und damit ein fester Platz in meiner Tasche. Irgendwann schreibe ich dazu noch ein Review, versprochen!

Zubehör

Zubehör kann man nie genügend haben, aber ich will mich auf ein paar wenige Dinge beschränken. Ein paar Tipps zu Kameraprotektor und Gurt habe ich in den jeweiligen Reviews zu den Kameras hinterlegt. Natürlich gehören auch Schutzfolien auf die Displays und man sollte immer für ausreichend Akkus sorgen. Die Objektive sind bei mir fast alle mit Schutzfiltern ausgestattet und die Gegenlichtblenden aufgesetzt. Dafür nutze ich keine Objektivdeckel, durch die Filter und die Gegenlichtblende sind die Linsen bestens geschützt.

Was immer häufiger dabei ist, ist ein kleiner, aber dennoch ausreichend starker Blitz. Ich mag total gerne den Keks Blitz (Amazon Affiliate), eben weil er klein ist. Aber er ist auch ziemlich hoch und wenn ich im Sommer eine Basecap trage, dann nervt das, weil der Blitz dauernd gegen den Mützenschirm ankämpft. Der Blitz meiner Wahl ist nun der Godox IM30 (Amazon Affiliate). Warum? Auch er ist kompakt, aber nochmal heller, eine geniale Recovery Time, eine Batterieladung reicht für weit über 250 Aufnahmen und er kostet keine 40 Euro. Ich kann ihn Dir uneingeschränkt empfehlen!

Was noch fehlt? Na klar, die Bag itself. Durch Zufall bin ich vor zwei Jahren in einem Berliner Klamottenladen auf die Bellroy Taschen aufmerksam geworden. Sie sind super stylisch, sehen überhaupt nicht nach Kameratasche aus und geben Platz für meine Kamera mit einem angesetzten Objektiv und einer weiteren Linse. Dabei bleibt auch noch ausreichend Raum für den Blitz, einen Ersatzakku und auch für ein paar persönliche Gegenstände, wie Schlüssel, Geldbörse und Kopfhörer. Ich empfehle die kleinere Variante, also die Bellroy Venture Sling 6L (Affiliate, ca. 140 Euro). Aber Achtung, auf einmal laufen gefühlt alle Street Fotograf:innen damit herum…

Fazit: Meine Kameratasche als Street- und Reisefotograf

So sieht sie also aktuell aus – meine Kameratasche. Über die Jahre hat sich nicht nur mein Setup wieder verändert, wie von Fuji hin zu Leica und zu immer weniger Ausrüstung. Sondern es hat sich auch die Art meiner Fotografie verwandelt. Habe ich früher viel häufiger Landschaften fotografiert, Stative und Filter dabeigehabt, so genieße ich es immer mehr einfach nur die M mit dem 28er dabei zu haben. Und mich auf das zu konzentrieren, was auf „der Straße“ passiert. Mit dem Label „Street Fotograf“ indes fremdel ich nach wie vor etwas, aber zumindest von der Ausrüstung her kommend, ist es das, was derzeit am Stärksten zutrifft. Ich merke, dass sich eine klare Linie entwickelt hat. Ausrüstung und Genre gehen hier Hand in Hand. Warum? Weil für meine Art der Fotografie einfach immer wichtiger geworden ist: klein, zuverlässig und unauffällig (daher auch ein abgeklebtes Leica Logo).

Voigtländer Color Skopar 21mm F3.5 an der Leica M10
Ein kompaktes und unauffälliges Setup: Eine Leica M (hier die M10) mit dem Voigtländer Color Skopar 21mm (und dem provisorisch abgeklebten Leica Logo).

Gerade unterwegs möchte ich nicht zu viel Ausrüstung mit mir herumtragen. Statt einer großen Sammlung an Kameras und Objektiven setze ich lieber auf ein kleines, bewährtes Setup, das ich gut kenne. Dadurch kann ich mich stärker auf das konzentrieren, worum es beim Fotografieren für mich eigentlich geht: den richtigen Moment zu sehen und festzuhalten.

Natürlich wird sich dieses Setup auch in Zukunft wieder verändern. Für mich ist die Technik auch Teil dieser Faszination Fotografie. Neue Objektive kommen dazu und andere verschwinden vielleicht wieder. Aber im Kern wird meine Fototasche wahrscheinlich immer ähnlich aussehen: eine Leica M, ein paar ausgewählte Objektive und möglichst wenig Ballast. Denn am Ende ist die Ausrüstung nur das Werkzeug. Die eigentlichen Bilder entstehen draußen – auf der Straße, auf Reisen und vor allem in den kleinen Momenten dazwischen.

Hast Du Fragen zum Equipment? Fehlt Dir etwas? Ein heißer Tipp? Schreib es mir unten in die Kommentare!

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Zum Weiterlesen

Ein paar ausgewählte Technik-Berichte für und rund um Leica M zum Weiterlesen (alle findest Du über die Menüführung unter „Kameras“ bzw. „Objektive“:

Und hier gehts zu meinen Sabbatical „Whats in my Bag“ von 2023:

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